| Tagline: | Festival für Kunst und digitale Kultur |
|---|---|
| Venues: | Haus der Kulturen der Welt (HKW) |
| Date: | 01.02. - 06.02.2011 |
| Organisation: | Kulturprojekte Berlin GmbH |
Wir sind in eine vollkommene Gegenwart eingetreten und erleben darin eine ununterbrochene digitale Stimulation. Partizipation und Interaktion mittels andauernder Datenströme bilden die Signaturen unserer livegeschalteten Gesellschaft. Ihre technologischen, ästhetischen, performativen und alltäglichen Qualitäten steigern die Intensität unserer Teilhabe und Interaktion mit der Welt. Dies verändert grundlegend die Art und Weise wie wir Zusammenhänge wahrnehmen, Geschichten erzählen und soziale Beziehungen bilden. Es verändert letztlich die Art und Weise wie wir mit unserem Leben in Verbindung bleiben.
Unter dem Titel RESPONSE:ABILITY widmet sich die transmediale.11 diesem Echtzeit-Lebensraum.
Festivalthema
Im elektronischen Zeitalter, in dem unser zentrales Nervensystem technologisch erweitert wird, um uns mit der ganzen Menschheit zu verbinden und die gesamte Menschheit in uns einzuschließen, nehmen wir zwangsläufig in der Tiefe an den Konsequenzen jeder unserer Handlungen teil.
Marshall McLuhan, Understanding Media, 1964
transmediale.11 RESPONSE:ABILITY
In unserer post-futuristischen Ära der Beschleunigung und Verdichtung von Informationen wird der Zustand und die Art des „Live-und-Online-Seins“ zu einem der entscheidenden Merkmale unserer sozialen Präsenz. Reaktion und Handlung werden in ein existenzielles Hier und Jetzt komprimiert, das eine durée kontinuierlicher digitaler Stimulation auslöst.
Mit RESPONSE:ABILITY untersucht transmediale.11 die Qualitäten des „Liveness“, die fundamentale Elemente unserer digitalen Kultur sind, und diskutiert die Fähigkeiten, die erforderlich sind, um auf die sozialen, politischen und wirtschaftlichen Prozesse zu reagieren, die durch die Intensität unserer Teilnahme und Interaktion geformt werden. Unser Wunsch, die Freiheit des Ausdrucks zu erweitern und die Grenzen offener, nutzerdefinierter Technologien auszuweiten, bringt auch ethische Überlegungen mit sich, die der Macht von Daten und persönlicher Identität innewohnen.
RESPONSE:ABILITY ist daher auch ein Aufruf zum Handeln – aus dem „Standby“-Modus auszubrechen und den Moment unserer eigenen individuellen Lebendigkeit innerhalb der Kakophonie digitaler Kommunikationsdichte zu ergreifen. Die heutige Konvergenz von Medien, Interfaces und den beschleunigten Strömen privater Daten, die nahezu unkontrolliert in riesige Social-Media-Archive eingespeist werden, birgt das Risiko, das, was der Theoretiker Derrick de Kerckhove „die größte Republik der Erde“ – das Internet – genannt hat, in ein Imperium der Kontrolle und verlorenen Freiheiten zu verwandeln.
Die Fähigkeiten, kollaborative Energien zu entfalten und zu steuern, werden zu den Mitteln, mit denen wir die Werkzeuge und Systeme unserer Live-Kultur für uns nutzbar machen können. Wie passen wir Netzwerkpraktiken an das tägliche Leben an, verankern die Durchsetzungsfähigkeit individuellen Denkens und Ausdrucks und bewegen uns letztlich auf jene offenen Strukturen und Flüsse zu, wie sie Visionäre wie Marshall McLuhan und später die Pioniere des frühen Internets erdacht haben? In einem ebenso offenen Wettbewerb um Ressourcen, Aufmerksamkeit und sensorische Reize besteht unsere Aufgabe darin, den Wunsch nach digitaler Emanzipation mit der Notwendigkeit des Handelns zu verbinden.
Das Netz ist selbst zu einem lebenden Organismus geworden, geschaffen von anderen. Jetzt liegt es an unserer RESPONSE:ABILITY, es zu nutzen!
festival preface
Welcome to transmediale.11! The 24th edition of transmediale, Berlin’s festival for art and digital culture is a pivotal moment in the event’s rapidly evolving history! With a greater focus on open systems, process oriented and collaborative technologies the festival addresses the crucial roles we as individuals play within the firmly entrenched landscapes of digital and network media. How we do this in trans-local and emancipatory ways is both a challenge and a goal for artists, researchers, designers and activists defining the practice of communication across a broad range of technology and socio-political fields. With RESPONSE:ABILITY we explore these scenarios with an open participatory structure, responding to the shape the culture of our contemporary digital and network environment. Taking the materiality of communication as the primary mechanism of artistic expression we reflect, on the centennial of his birth, on Marshall McLuhan’s impact on what is now an intrinsically cacophonous and poetically unruly global community of instant, live and wholly interdependent net of cultural, social and economic activity.
Together with our partner Drumbeat/Mozilla we have launched the Open Web Award to push and more radically pursue, at a time when it is under threat, the ideals of the internet as they have been envisioned by its pioneers who sought to create a truly non-proprietary universal space for the movement and exchange of great ideas.
We are grateful to the support of the KSB for securing transmediale’s core funding until 2017 as well as to our many strong international and local partners including the BpB (Office for Civic Education), the Medienboard Berlin-Brandenburg, the Goethe Institutes worldwide, the Marshall McLuhan Salon (Embassy of Canada), the _Vilém_Flusser_Archive (UdK), the Collegium Hungaricum (.CHB), the Haus der Kulturen der Welt (HKW) and our technical supporters serve-u who secure the scope and depth of transmediale’s programming. At a time of hesitation and stagnation in the political attitudes towards critical and challenging forms of art and culture our partners recognise the role and value of transmediale in advancing Berlin’s own cultural identity on an equally unique international platform. Together with our dedicated and impassioned team, and many further local supporters and sponsors transmediale will continue to push the envelope of an open landscape of art and digitally induced creative inquisition!
Stephen Kovats
artistic director
Unter dem Titel BODY:RESPONSE – Biomediale Politik im Zeitalter der digitalen Lebendigkeit untersuchte die transmediale.11-Konferenz die biopolitischen und psychopolitischen Machtkonstellationen im Zeitalter des Internets. Das Film- und Videoprogramm SyncExistence befasste sich mit der Prozessgeschichte rund um diesen universellen Ausbruch der visuellen Kultur. Das Performance-Programm LIVE:RESPONSE bewegte sich zwischen der realen Welt und der Medienwelt, zwischen Live-Erlebnis und Reproduktion, zwischen dem Virtuellen und dem Physischen. Diese Programmteile überschneiden sich in den verschiedenen Bereichen des HKW – dem HacKaWay und der Open Zone –, während die Satelliten-Kooperationen in ganz Berlin zum Handeln aufrufen.
transmediale Award 2011
Mit Matteo Pasquinelli, Marisa Olson, Brandon LaBelle, Defne Ayas und Micz Flor als Jury wird The House of Natural Fibre (HONF) für ihre Installation Intelligent Bacteria – Saccharomyces cerevisiae mit dem transmediale Award ausgezeichnet.
Open Web Award 2011
Wir freuen uns, dieses Jahr in Zusammenarbeit mit Mozilla / Drumbeat diese neue Award-Kategorie einzuführen. Die Jury wählte die Nominierten gemeinsam mit Henrik Moltke von Drumbeat aus, und die Öffentlichkeit stimmte ab. Evan Roths Projekt Graffiti Analysis / Graffiti Markup Language ist das erste Projekt, das jemals mit dem Open Web Award ausgezeichnet wurde.
Vilém Flusser Theory Award 2011
Die Jury des Vilém Flusser Theory Award besteht aus Nils Roeller, Marcel René Marburger, Carolyn Guertin und Alex Galloway. Jordan Crandall ist der diesjährige Gewinner mit seinem Text GATHERINGS 1: EVENT, AGENCY, AND PROGRAM.
Die transmediale.11 widmete sich der wichtigen Rolle, die uns als alltäglich in einer Landschaft aus digitalen Medien und Netzwerken verankerten Individuen zukommt. Das Festivalheft enthält das Programm, Kunstwerke und Texte dieser Festivalausgabe.
An Open Web: Das Web sollte Alles sein. Während das Internet als Ganzes eine tragende Rolle als Technolgie des globalen Handels umd der globalen Kommunikation einnimmt, war das World Wide Web bei seiner Einführung als ein freies und offenes Medium angelegt, durch welches menschliches Wissen hervorgebracht, abgefragt und ausgetauscht werden konnte. Nun jedoch besteht die Gefahr, dass das Web in dieser Form ein Ende nehmen wird.
Das Ziel der Public Interfaces Zeitung ist es die Thematik um den sich stetig ändernden Konzept der "Öffentlichkeit" zu erweitern. Die Zeitung gliedert sich in drei thematische Bereiche: KUNST [ART] als öffentliche Interface, die öffentliche Interface von URBANEM [urban] Raum und KAPITAL [CAPITAL]. Die Zeitung bringt Wissenschaftler_innen aus unterschiedlichen Feldern zusammen, von Aesthetik, Kulturtheorie, Architektur bis hinzu Urbanistik, vereint durch das Bedürfnis öffentliche Interfaces und die möglichen paradigmatischen Veränderungen, welche sie für diese Felder darstellen, zu verstehen.
Team
Stephen Kovats Artistic Director, Christine Bernauer Administrative Manager & Finance, Susanne Bernstein Administrative Assistant & Fundraising Coordinator, Markus Huber Program Manager & Research; Ela Kagel, Sandra Naumann, Marcel Schwierin Program Curators; Cara Bell-Jones Assistant Curator; Adam Thomas, Michelle Kasprzak, Daphne Dragona External Curators; Divan Jerome Boland, Therese Breyer, Lena Loose, Verena Schwarz Program Team Interns, Michelle O'Brien Satellites Coordinator, Syelle Hase Project Management, Sophia Gräfe Event Management, Beckie Darlington Guest Services, Ann-Christin Görtz Info Counter, Sibylle Kerlisch Production, Filippo Gianetta Program Assistant & Marketing Coordinator, Anna-Sophie Springer Editor, Flora Schausberger Editorial Assistant, Clemens Lerche Marketing & Sponsoring, Giannina Lisitano Press; Pia Kohn, Natalie Meves Press Assistants; ® ruddigkeit corporate ideas: Kristina Brasseler, Dirk Heider, Gianna Pfeifer, Raban Ruddigkeit Design; Emilia Forstreuter, Sam Speckley, ® Festival Trailer; raumlaborberlin: Andrea Hofmann, Francesco Apuzzo, Christof Mayer with Anna Wulf, Laura Zachmann, Matteo Carli Festival Architecture; Jonathan Gröger, John Fass Photography; Barbara Mürdter Video, Streaming serve-u
Website einskommanull: Micz Flor, Laura Oldenbourg, Sebastian Göbel Development; Laura Oldenbourg, ® ruddigkeit corporate ideas Design, Filippo Gianetta Coordination
serve-u: Phillip Sünderhauf, Andreas Buchholz, Marc Klische Technical Support
Beirat Alex Adriaansens, Marie-Luise Angerer, Dieter Daniels, Jan Edler, Marie Cathleen Haff, Hortensia Völckers
supporters
Main funders: Kulturstiftung des Bundes, Kultur Projekte Berlin, HKW
Partners: Medienboard Berlin Brandenburg, Bundeszentrale für politische Bildung, Mozilla Foundation, Embassy of Canada, Schering Stiftung, Kingdom of the Netherlands, Marshall McLuhan Salon, Mondriaan Stichting, Collegium Hungaricum Berlin (.CHB), Source Fabric, Gingko Press
Sponsors: serve-u technical support, Wall, Werkleitz
Media partners: arte creative, der Freitag, De:Bug, radioeins, Deutschlandradio Kultur, Missy Magazine, Die Tageszeitung, Zitty Berlin, t3n, Digicult
Supporters: amiando, ArabShorts, bocca di bacco, Botschaft Spanien, Bureau du Québec à Berlin, CREATE BERLIN, Echoo Konferenz Dolmetschen, Geiertronic, Goethe Institut Jakarta, Goethe-Institut Ägypten, Goethe-Institut Nairobi, IN-Berlin, Labor Berlin, Ludic Interfaces NIMK, NODE - Forum for Digital Arts, Österreichisches Kulturforum, tricK.ca, University of California, San Diego, V2_
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