transmediale hat sich von einer Grassroots-Veranstaltung zu einem der führenden internationalen Events für digitale Kunst und Kultur entwickelt.
Im Laufe ihrer Geschichte hat sich transmediale von ihren Anfängen als VideoFilmFest zu einem der wichtigsten Events für Kunst und digitale Kultur weltweit entwickelt. In den letzten vier Jahrzehnten hat sie sowohl in ihren Themen als auch in ihrem Programm ein breites Spektrum an Perspektiven gezeigt – und eine umfassende Anthologie produziert, die von Videokunst über medienbasierte Interventionen bis hin zu Geschriebenem und diskursiven Formaten reicht. In den letzten Jahren hat transmediale sich über das Festivalprogramm hinaus entwickelt und eine ganzjährige Plattform geschaffen, die internationale Künstler:innen, Forschende, Aktivist:innen und Denker:innen mit dem Ziel Zusammenbringt, durch die Verflechtung verschiedener Genres und kuratorischer Ansätze neue Perspektiven auf unser technologisches Zeitalter zu entwickeln.
transmediale wurde 1988 als VideoFilmFest (ab 1989 einfach VideoFest) gegründet, ein spezielles Video- und Medienkunstprogramm innerhalb des Internationalen Forum des Neuen Kinos der Berlinale. Mitgründer und künstlerischer Leiter Micky Kwella und die unabhängige Videoproduktionsgruppe MedienOperative beabsichtigten, eine Plattform für elektronische Medienproduktionen zu schaffen, die normalerweise außerhalb des Rahmens traditioneller Filmfestivals fallen.
Das Festival wurde unabhängig von der Berlinale stetig erweitert. Ursprünglich der Videokultur gewidmet, trat das Festival schon früh in einen kritischen und künstlerischen Dialog mit Fernsehen und Multimedia ein und entwickelte sich zu einer führenden internationalen Plattform für Medienkunst. 1997 änderte das Festival seinen Namen zu transmedia und 1998 in transmediale, um das wachsenden Programm, das nun ein breites Spektrum multimediabasierter Kunstformen einschließlich Internet- und Softwarekunst umfasste, widerzuspiegeln.
In 1999 club transmediale – as of 2011 called CTM – was founded. Focusing primarily on electronic music and club culture, it is now organised by a curatorially and financially independent team and has become a leading platform in its field. The festival connects multi-perspective experiences, critical reflection, hedonism, and collaborative learning via a yearly festival and continuous collaborative projects, publications, commissions, concerts, club nights, and more.
The appointment of Andreas Broeckmann as the new artistic director in 2001 was followed by a restructuring of transmediale. From this point on the festival would address annual themes opening up specific perspectives on relevant developments in media art and culture.
transmediale.01 konzentrierte sich auf Medienentwicklungen und künstlerische Projekte, bei denen die Besucher:innen zu Nutzer:innen und/oder Produzent:innen werden. Pioniere dieser aktiven Aneignung digitaler Technologie sind die DIYer und Hacker, die Computer, Projektoren und allerlei elektronische Haushaltsgeräte sowie Softwarepakete öffnen, umbauen, erweitern und zweckentfremden.
Die Ausstellung untersuchte verschiedene Erscheinungsformen von SMILE MACHINES aus den letzten vier Jahrzehnten, darunter Roboter, die versuchen, mit den Besucher:innen zu kommunizieren und die Versprechen einer idealisierten, funktionalistischen Technologie nicht erfüllen. Installations- und Performancestücke brachen in die Routinen des kulturellen und politischen Lebens ein und hinterfragten die Oberflächen unserer massenmedialen Realität.
The festival relocated to the Haus der Kulturen der Welt in 2002, where its wide-ranging programme attracted an increasing number of visitors. It served as one of the main festival venues for the following years.
Zwei Jahre später, im Jahr 2004, beschloss die Kulturstiftung des Bundes, transmediale in ihre neue Förderung für „Leuchttürme zeitgenössischer Kultur“ aufzunehmen, ein Programm, das bis heute fortgeführt wird. 2006 änderte sich der Untertitel des Festivals von „international media art festival“ zu „festival for art and digital culture“. Diese Titelanpassung spiegelt den wachsenden Fokus des Festivals auf die gesellschaftspolitischen Dimensionen technologischer Entwicklungen in unserem Alltag wider.
Dieser Zeitraum markierte auch den Beginn der jährlichen Marshall McLuhan Lecture im Jahr 2008. Jedes Jahr lädt die McLuhan Lecture eine einzigartige kanadische Kulturfigur ein, deren Arbeit und Vision Marshall McLuhans zeitlose Perspektive auf Medien und Technologie in die zeitgenössische Kultur und Gesellschaft erweitert.
Stephen Kovats wurde 2007 zum künstlerischen Leiter ernannt. Im selben Jahr wurde der transmediale Award (der seit 2001 verliehen wird) aufgrund der wachsenden Zahl theoretischer und kritischer Arbeiten, die für den Wettbewerb eingereicht wurden, durch den Vilém Flusser Theory Award ergänzt. In 2011 stellte das Festival einen Open Web Award vor, der an partizipativen Projekten, die Kunst und Community-Building Tools miteinander verbanden, verliehen wurde.
Unter dem Motto CONSPIRE...zielt transmediale darauf ab die unsichtbaren und unergründlichen Regeln und Kodierungen von globalen Kommunikations- und Meinungsstrukturen zu untersuchen um jene Mittel kreativer konspirativer Strategien kritisch zu hinterfragen, die das Potenzial bieten, neue Ausdrucksformen im digitalen Diskurs zu entdecken. In einer mehrtägigen Konferenz diskutierten Forschende und Wissenschaftler:innen über verschiedene Themen im Zusammenhang mit der bedrohlichen Realität anhaltender Verschwörungstheorien, die von Online-Netzwerken ausgehen, einschließlich der Post-9/11 Hysterie.
In order to reflect the increasing significance of theoretical and critical practice works submitted for the transmediale Award competition, the festival introduced the Vilém Flusser Theory Award. In collaboration with the Vilém Flusser Archive at the Universität der Künste Berlin, the award would honour outstanding theoretical or research-based digital arts practice. As of 2011, when Kristoffer Gansing was appointed as the new artistic director of the festival, the Vilém Flusser Theory Award was transformed into the Vilém Flusser Residency Programme for Artistic Research.
Kristoffer Gansings artistic direction started with the festival's 2012 edition, transmediale 2k12 in/compatible, shaping transmediale’s future and thematic focus for almost a decade. A new framework called reSource for transmedial culture was initiated, constituting an all-year platform of distributed projects for transmediale’s local and trans-local community. Since then, Gansings interest in intersections of media, art, and activism has manifested in the festival’s programmes with a methodology that focused on both curatorial development as well as participatory and experimental formats.
Unter dem Titel ever elusive? feierte transmediale ihr 30-jähriges Jubiläum mit einem ganzen Monat voller Aktivitäten. Im Kontext einer sich ständig verändernden Medienkultur betrachtete das Jubiläum laufende Veränderungen im Dialog mit der Vergangenheit.
Die Ernennung von Nóra Ó Murchú zur künstlerischen Leiterin im Jahr 2020 markierte neue Wege für die Entwicklung des Festivals. Ihre Expertise an den Schnittstellen zwischen den Bereichen Kunst, Design, Software Studies und Politik prägte den konzeptionellen Bogen der folgenden vier Jahre. Nóra O’ Murchú hat sich dem Aufbau langfristiger Beziehungen zu Künstler:innen verschrieben und etablierte ein Residenzprogramm mit neuen Partner:innen und Institutionen. Sie eröffnete neue Wege, sich mit der Community der transmediale auseinanderzusetzen und über die digitale Kultur nachzudenken.
Als Reaktion auf die Dringlichkeiten und neuen Zeitlichkeiten der Pandemie musste das Festival sein Format überdenken. for refusal, die Ausgabe 2021-2022 der transmediale, fand über ein Jahr lang statt und umfasste eine Mischung aus Online- und Präsenzprogramm sowie eine Ausstellung in der Akademie der Künste. for refusal hat die politische Wirkungskraft der Ablehnung dargestellt und ihr Potenzial zur Bildung neuer soziopolitischer Realitäten untersucht. Die kuratierte Online-Plattform Almanac for Refusal wurde im Laufe eines Jahres monatlich aktualisiert und später in einer limitierten, handgefertigten Ausgabe veröffentlicht.
The Almanac for Refusal is a curated online platformand source for festival documentation, updated regularly with the full moon. transmediale had also launched a limited, hand-crafted edition in the form of a microcomputer encased in a ceramic shell, acting as a portal to the full content of the Almanac. Continuing with the lunar publishing rhythm, the portal opens every full moon, only then granting access to the original files of the Almanac contributions. By 2023 the festival had returned to its status of an annual in-person event. The festival significantly widened its scope of programme diversity, including more performative interventions, a more expansive exhibition programme and new formats taking place city-wide.
Das Residenzprogramm wurde seit 2020 erheblich erweitert und konzentriert sich auf langfristige Beziehungen sowie nachhaltigere Praktiken mit Künstler:innen aus der ganzen Welt. Dazu gehört die Entwicklung von Kooperationen mit einer Vielzahl neuer Partner:innen, wodurch ein viel breiteres Spektrum an Künstlern:innen und Wissenschaftlern:innen teilnehmen können.
















