Haus der Kulturen der Welt (HKW), Festsaal Kreuzberg
1 – 6 February 2011
Diesjährige Performanceprogramm bewegt sich an den Schnittstellen zwischen Realwelt und Mediensphäre, zwischen Liveness und Reproduktion, zwischen Virtuellem und Physischem.
Auf insgesamt drei Bühnen, im Auditorium, auf der Café Bühne und in der HacKaWay Zone werden im Laufe des Festivals verschiedene Medienformationen angeschaltet und in experimentellen Versuchsanordnungen zu ihren jeweiligen Live-Potentialen befragt. So demonstrieren Herman Kolgen, Daito Manabe, Eboman und Ursula Endlicher ganz unterschiedliche Formen des Zusammenschlusses von Körpern und Medien, ob nun wortwörtlich oder in übertragenem Sinne. Cécile Babiole & Vincent Goudard, People Like Us und Fair Use begegnen der sich immer weiter beschleunigenden Medien-/Konsum-kultur und ihren beständig anwachsenden Reservoirs permanent verfügbarer audiovisueller Medieninhalte. Ei Wada, Rosa Menkman und Tina Tonagel, Preslav Literary School und Eosin, Dorothy of the Day und TOUR de VINYL machen die vielfältigen Spielarten der Interaktion mit der Materialität verschiedener Datenträger erfahrbar und erwecken dabei die Archive der Erinnerung zu neuem Leben. Zum Ausklang der Festivalabende im HKW – oder aber zur Einstimmung auf das Nachtprogramm des club transmediale – schicken schließlich zu vorgerückter Stunde DJs elektronische Klänge durch die Hallen des Foyers.
Kuratorisches Text
Durch den mobilen, ständig verfügbaren Zugriff zum konstanten Datenstrom haben sich Raum und Zeit scheinbar in Real-Time aufgelöst und die Mediengesellschaft live-geschaltet. Diese Liveness ist nicht mehr an die Präsenz realer Körper an konkreten Orten gebunden, sondern bezieht sich vor allem auf Dimensionen der Zeitlichkeit und die Determination von Prozessen. Sie berührt damit zentrale Fragen sowohl der nicht-medialen, als auch der medialisierten Wahrnehmung und verschaltet Realwelt und Mediensphäre.
Dabei setzten überhaupt erst die technischen Aufzeichnungs- und Wiedergabemedien der vorgegebenen Liveness die Möglichkeit einer zeitversetzten und ortsungebundenen Kunstrezeption entgegen und brachten so den Begriff live als vorher nicht benötigtes Unterscheidungsmerkmal in die Welt. Im Zeitalter der digitalen und vernetzten Liveness haben wir es nun zusehends mit hybriden Medienformaten zu tun, deren Dimensions- und Körperlosigkeit zugleich eine Sehnsucht nach dem Analogen und dem Affekt, nach physischen Erlebnissen und kollektiven Erfahrungen auszulösen scheint.
An genau diesen Schnittstellen zwischen Realwelt und Mediensphäre, zwischen Liveness und Reproduktion, zwischen Virtuellem und Physischem bewegt sich das diesjährige Performanceprogramm der transmediale. Im Laufe des Festivals werden verschiedene Medienformationen angeschaltet und in experimentellen Versuchsanordnungen zu ihrem jeweiligen Live-Potential befragt. Die Künstler demonstrieren die vielfältigen Spielarten der Interaktion mit den Materialitäten verschiedener Datenträger und unterschiedlichen Formen des Zusammenschlusses von Körpern und Medien, aber auch des Umgangs mit den Archiven der Erinnerung und den beständig anwachsenden Reservoirs verfügbarer audiovisueller Medieninhalte.
Sandra Naumann, Programme Curator, Performance
In diesem Jahr widmen sich sowohl transmediale als auch CTM der Beschaffenheit von Live- und Echtzeitmedien, wodurch sich in Performance- und Diskursprogramm beider Festivals zahlreiche inhaltliche Anschlüsse ergeben.
Außerdem gibt es sechs von transmediale und CTM gemeinsam präsentierte A/V-Performances.





