Film Programme
SyncExistence
kuratiert von Marcel Schwierin
Haus der Kulturen der Welt (HKW)
1 – 6 February 2011

Kaum eine andere Medientechnik hat unsere Vorstellung der Einheit von Raum und Zelt so dekonstrulert wie die Filmmontage. Sie verbindet scheinbar entlegendste Räume und streckt, dehnt oder parallelisiert den Ablauf der Dinge.

  1. Magnus Bärtås, Madame & Little Boy, 2009, film still

  2. Pilvi Takala, Real Snow White, 2009, film still

  3. Lynn Hershman Leeson, Electronic Diary Part III: First Person Plural, 1988, film still

  4. Ziad Antar, Tokyo Tonight, 2003, film still

So schaffe sie nicht nur die „Dynamisierung des Raumes“ und „Verräumlichung von Zeit“ (Erwin Panofsky, 1936), sondern auch eine neue Wahrnehmung von „Gleich-zeitigkeit“ und „Universalismus“, die das eigentliche Lebensgefühl des modernen Menschen ausmache (Arnold Hauser, 1953). Fernsehen und Internet haben die ohnehin schon hochgradig verdichtete Information allgegenwärtig gemacht. SyncExistence, das Film- und Videoprogramm der transmediale.11 reflektiert diesen Prozess um die universale Bilderstrommaschine in einem Bogen, der in der Sowjetunion von 1927 mit der rasant geschnittenen „Appropriations“-Komödie Der Kuss der Mary Pickford beginnt, über das erste, noch langsame Fernsehen des nationalsozialistischen Deutschlands führt, und sich in den intensiven künstlerischen Auseinandersetzungen der 1960er Jahre fortsetzt. Weiterhin wurden aus aktuellen Arbeiten Programme zusammengestellt, die sich dem Thema von verschiedenen, zeitgenössischen Problemstellungen nähern. Specials zu Lynn Hershman Leeson, einer der Pionierinnen der interaktiven Kunst und dem Award Nominee aus Singapur Ho Tzu Nyen und das Projekt Arab Shorts beschließen das Programm. Auch dieses Jahr gibt es im Anschluss an die Screenings Gelegenheit, einer Reihe anwesender Regisseure und Filmemacher Fragen zu stellen.