Exhibition
abandon all hope ye who enter here
Ausstellung
Akademie der Künste
26.01.–18.02.2022

abandon all hope ye who enter here press

Vor dem Hintergrund von Ausbeutung, Finanzfantasien und den Illusionen des technologischen Solutionismus erkundet abandon all hope ye who enter here mit Täuschungen und schwarzem Humor die Grenzen von Verweigerung in einer computergesteuerten, gewandelten Welt. In den Arbeiten von neun Künstler:innen und Kollektiven materialisieren sich die seltsamen Realitäten und grausamen Begleiterscheinungen, die sich häufig unter der Oberfläche glänzender, verführerischer Interfaces und im Inneren algorithmischer Blackboxes verbergen.

Sehnsüchte und Fantasievorstellungen im Zusammenhang mit Technologie sind nicht neu, ganz gleich, ob es um die Automatisierung der Arbeit durch künstliche Intelligenz oder die Möglichkeit der Entlohnung von Künstler:innen durch Blockchain-Technologien geht. Die fortschreitende Entwicklung und Verbreitung digitaler Technologie wirkt sich auf Gemeinschaften, Wünsche und Einkaufsgewohnheiten aus und bringt neue Formen von Verbindung, Falschinformation und Unterhaltung mit sich. Während unser Alltag zunehmend durch logistische Netzwerke optimiert und reorganisiert wird, bleibt die Utopie technologischer Effizienz hinter ihren Versprechungen zurück.

Ungeachtet des Optimismus und des Glaubens an die zahlreichen Vorteile technologischer Innovation und Transformation beruhen digitale Systeme auf vermehrter Überwachung, Atomisierung und Unterdrückung. Sie verursachen gewaltige Schäden, wenn sie allgegenwärtig in verlockenden Finanzbetrügereien, endlos ausufernden, profitorientierten Algorithmen und sozio-politischen Reibungen und Ängsten zum Tragen kommen. Doch trotz dieser Verschlechterung sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Bedingungen bleiben unsere toxische Anhänglichkeit und unser Bedürfnis nach Technologien bestehen.

Von der Erderwärmung über die Tokenisierung des Alltags bis hin zu unerreichbaren Utopien von Demokratie oder Unsterblichkeit: Wie lassen sich die technologischen Höllenszenarien, die wir produzieren – und die Zukunft, die sie schaffen – zurückweisen? In Anlehnung an Dantes Inferno werden in der Ausstellung diese technologischen Arrangements und ihre seltsamen Realitäten in den Mittelpunkt gerückt. Die Werke nutzen Aspekte von Hoffnung und Sehnsucht, um Landschaften der Desorientierung zu schaffen, die die Möglichkeiten zur Entwicklung von Alternativen in unserer kollektiven Gegenwart einschränken – oder erweitern – können. Die Ausstellung vermittelt, wie Verweigerung in zerrütteten Welten aussehen kann, stellt die Organisationsprinzipien von Computerberechnungen und die algorithmischen Werte der Klassifizierung, Isolierung und Argumentation in Frage und fördert eine Solidarität, die aus Verzweiflung und Verweigerung entsteht. Bleibt uns letztlich nichts anderes übrig als furchtlos zu sein, wenn wir schon in der Hölle sind?

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abandon all hope ye who enter here 26. Januar – 18. February 2022 Akademie der Künste, Berlin (Standort Hanseatenweg) Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 11:00–19:00 Uhr ▶︎ Besuch

abandon all hope ye who enter here ist ein Projekt von transmediale e.V. in der Akademie der Künste, Berlin. Die Ausstellung wird von der Europäischen Union mitfinanziert und ist Teil des Kooperationsprojektes Artsformation .