Dieses Jahr markiert die vierte Ausgabe des transmediale Residenzprogramms. Wir begrüßen Anan Fries , Andrea Galano Toro , D'Andrade , Stefan Karrer und SunJeong Hwang bei uns im silent green. Mit einem Schwerpunkt auf forschungsbasierten Praxen unterstützt das Programm 2025 Projekte, die sich mit Themen wie Critical AI Studies, tiefen Recherche-Wurmlöchern im Internet und mehr-als-menschlichen Technologiebeziehungen auseinandersetzen. Bereits im Rahmen des letzten Festivals vor drei Monaten sind die Residents in einer ersten Phase gestartet. Nun vertiefen sie im Juni ihre Recherchen im transmediale studio.
Inspiriert von Luciana Parisis Buch Abstract Sex: Philosophy, Biotechnology and the Mutations of Desire erforscht Anan, wie Informationstechnologien und "künstliche Intelligenz" unsere Begierden, Sexualitäten und unser Verständnis von Geschlecht transformieren – aus einer posthumanen und cyberfeministischen Perspektive. DEEPER THROATS ist ein post-digitaler, post-pornografischer Deep Dive in digitale Genitalien, Digisexualität, Gooncaves, Endosymbiose und monströse KI-generierte Pornografie.
Anan Fries ist Artist-in-Residence im Rahmen des Digital Art Residency Programms 2025 in Kooperation mit Pro Helvetia.
Stefans laufendes Projekt The Prompt Engineer untersucht KI aus der Perspektive menschlicher Mitwirkung. Im Fokus steht, wie Menschen mit generativer KI interagieren – und wie diese Technologien in größere politische, wirtschaftliche und kulturelle Systeme eingebettet sind. Basierend auf gesammeltem Material aus Discord-Servern erschafft Karrer poetische Formationen, die ein vielschichtiges und humorvolles Porträt des aktuellen „KI-Sommers“ zeichnen.
Stefan Karrer ist Artist-in-Residence im Rahmen des Digital Art Residency Programms 2025 in Kooperation mit Pro Helvetia.
Assemblague(s) ist ein forschungsbasiertes Projekt, das über Sprache in Verwandtschaft zu mehr-als-menschlichen Gefährt:innen spekuliert – von Mikroben über Staub und Darmökologien bis hin zum mikrobiellen Leben in technologischen Geräten. Durch die Umnutzung technologischer Werkzeuge wie Mikroskopen untersucht das Projekt, wie sich Praktiken der Beobachtung von Messung und Kontrolle hin zu relationalen, affektiven Modi des Wahrnehmens verschieben lassen.
Andrea Galano Toro ist Artist-in-Residence des Residenzprogramms 2025 in Kooperation mit dem Ministerium für Kulturen, Kunst und Kulturerbe von Chile.
The ultra-reading method ist eine tiefgehende, transdisziplinäre Analyse sozialer, ökologischer und politischer Aspekte – in einer Mimesis dessen, was sie darstellen, mit der "Neurose des Lesens". Durch das Konzept des "anthropophagischen Wortes" entwickelt D'Andrade eine Form und Sprache des Transkreativen: einen Übersetzungsprozess, der semantische Praktiken absorbiert, verarbeitet, neu ausrichtet – und Klang sowie Visualität als relationale Elemente einbindet.
D’Andrade ist Artist-in-Residence der Vilém Flusser Residency for Artistic Research 2025 in Kooperation mit der Universität der Künste Berlin (UdK).
SunJeong Hwangs Praxis untersucht verkörperte Wahrnehmung und intersensorisches Feedback. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Neuinterpretation traditioneller koreanischer rhythmischer und somatischer Praktiken, die sie nicht als statische kulturelle Artefakte, sondern als lebendige Systeme verkörperten Wissens versteht. Während der Residenz entwickelt SunJeong Prototypen, die Sensornetzwerke, ökologische Datenerhebung und KI-gesteuerte kompositorische Prozesse integrieren, um eine responsive Architektur zu schaffen, in der Rhythmen zwischen menschlicher Somatik, algorithmischer Logik und planetaren Bedingungen ausgehandelt werden.
SunJeong Hwang ist Artist-in-Residence im Rahmen des Residenzprogramms 2025 in Kooperation mit dem Arts Council Korea.
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