transmediale 2020
end to end
Tagline: Festival für Kunst und digitale Kultur
Venues: Haus der Kulturen der Welt (HKW), Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz
Date: 28.01.–03.01.2020
Organisation: transmediale e.V, Kulturprojekte Berlin GmbH
Website: https://2020.transmediale.de/festival-2020

Inspiriert von der Idee der Netzwerke aus der Zeit vor dem Internet konzentriert sich die transmediale 2020 – End to End sowohl auf vergessene als auch auf potenzielle Zukunftsszenarien mit und ohne Netzwerke. Nach einem Jahrzehnt, das von einer Gegenbewegung zum Internet und zur Netzwerkgesellschaft geprägt war, strebt die transmediale eine umfassende Neubewertung von Netzwerken und ihren Grenzen an. Indem sie sich auf das Erbe kritischer und autonomer Netzwerkkulturen stützt, will die transmediale 2020 nicht nur die Grenzen internetbasierter Netzwerke sichtbar machen, sondern auch Alternativen aufzeigen, um einen nachhaltigen sozialen Wandel herbeizuführen.

Festivalthema

Netzwerke sind überall, seien es persönliche oder organisatorische, gesellschaftliche oder wirtschaftliche, zentrale oder dezentrale: Knotenbasierte Kommunikation und Informationsaustausch sind wohl zum entscheidenden Ausdruck der Globalisierung und der digitalen Gesellschaft geworden. Ein gewisser Netzwerk-Idealismus umspannt die Welt, so dass sämtliche Netzwerkformen und -praktiken vor allem durch die technobürokratische Urform des Internets definiert werden. Bereits 1967 schrieben die Künstler Robert Filliou und George Brecht „The Network is Everlasting“. Die Zeile stammt aus einem Vor-Internet-Gedicht, in dem die Vernetzung alltäglicher Handlungen in einer zunehmend globalisierten Welt zelebriert wird. Diese poetische Vorstellung von einem „unendlichen Netzwerk“ erinnert daran, dass Netzwerkkulturen auch jenseits der technischen Realität der „real existierenden“ Netzwerkkultur wie wir sie heute kennen bestehen.

Inspiriert von dieser Vor-Internet-Vorstellung von Netzwerken beschäftigt sich die transmediale 2020 – End to End mit vergessenen und möglichen Zukunftsszenarien mit und ohne Netzwerke. Ein Jahrzehnt hinter sich lassend, das vor allem durch einen Backlash gegen das Internet und die Netzwerkgesellschaft gekennzeichnet ist, hat die transmediale eine umfassende Neubewertung von Netzwerken und deren Grenzen zum Ziel. Als Ausgangspunkt dient die Geschichte europäischer, in den 1990ern entstandener kritischer Internetkulturen: Zusammen mit einer Reihe anderer weltweiter Experimente zur autonomen Vernetzung boten sie immer wieder Alternativen zum Denken des Technologischen Solutionismus und den zentralisierten Geschäftsmodellen des Silicon Valley.

Über das Erbe kritischer und unabhängiger Internetkulturen will die transmediale 2020 nicht nur die Grenzen internetbasierter Netzwerke sichtbar machen, sondern auch Alternativen für einen nachhaltigen sozialen Wandel aufzeigen. Gibt es eine denkbare Gegenmacht zu Netzwerken? Welche alternativen technologischen Modelle und kulturellen Narrative sind nötig, um die Grundsätze der End-to-End-Kommunikation neu zu verhandeln? In der kommenden Festivalausgabe werden diese Fragen in der Eröffnungswoche mit Talks, Workshops, Screenings und Performances sowie in einer einmonatigen Gruppenausstellung untersucht. Darin werden neue künstlerische Arbeiten präsentiert, die Netzwerke gleichermaßen infrage stellen wie neu entwickeln.

Die Ausstellung und das Konferenzprogramm werden vom künstlerischen Leiter Kristoffer Gansing mit Beratung durch Clemens Apprich, Daphne Dragona, Geert Lovink und Florian Wüst kuratiert, die darüber hinaus weitere Programmpunkte verantworten.

festival impressions
Programmübersicht

Unabhängig, aber miteinander verwoben, fand das Programm der 33. Festivalausgabe zwischen dem Studentenforum und der Film & Video Night im HKW, dem zweitägigen Symposium in der Volksbühne Berlin, der CTM & transmediale Night im Berghain und dem Workshop-Programm statt. Im Rahmen der einmonatigen Ausstellung The Eternal Network fanden während des Festivals eine Reihe von partizipativen Aktionen, Workshops und Vorträgen statt.

journal
Team

Amelie Buchinger, Julia Büki, Ricarda Bross, Kristoffer Gansing, Filippo Gianetta, Marc Günther, Tabea Hamperl, Anky Heidenreich, Sibylle Kerlisch, Marine Kervizic, Lukas Kleinert, Lane Peterson, Ann-Christine Pilder, Magdalena Ritter, Paul Schmidt, Anica Skibba, Olga Wiedemann, Valerie Wollinger, Technical Support serve-u, Website Development einskommanull, Exhibition Architecture raumlabor, Graphic Design The Laboratory of Manuel Bürger: Simon Schindele, Johanna Schäfer, Manuel Bürger

Support

Gefördert durch: Kulturstiftung des Bundes, Haus der Kulturen der Welt

Zusätzliche Förderung durch: Medienboard Berlin Brandenburg, Bundeszentrale für politische Bildung, Berlin Senatsverwaltung für Kultur und Europa

Partner: CTM Festival, Volskbühne Berlin, Pro Helvetia, Canada Councir for the Arts , Singular Plurality – Singulier Pluriel Canada, Embassy of Canada, Flanders State of the Art, Goethe Institut, Creative Industries Fund NL, Volkswagen Stiftung, institute of network cultures, KIM Critical AI Studies HfG Karlsruhe, Akademie Schloss Solitude, Aarhus University, Winchester School of Art

Technical support: serve-u, IN-BERLIN

Media partner: radio eins, Exberliner, Berlin Art Link, Berliner Fenster, Flux FM, Neural, Le Monde Diplomatique

Support: Goethe-Institut Shanghai, London South Bank University, Global Emergent Media Lab (GEM Lab), Mondriaan Fund, ZK/U Berlin - Zentrum für Kunst und Urbanistik, Medientheater der Humboldt-Universität zu Berlin, Grover, LaserAnimation Sollinger