| Tagline: | Festival für Kunst und digitale Kultur |
|---|---|
| Venues: | Haus der Kulturen der Welt (HKW) |
| Date: | 28.01. - 01.02.2015 |
| Organisation: | Kulturprojekte Berlin GmbH |
Track Sleep. Track Steps. Track Habits. Track life. Tricks of the mind. Flights. Heights. Sights worth seeing. Capital. Co-operate. Carbohydrate. Never change a winning team. Dare to dream. Sleepwalk. Lovers. Losers. Work less, play hard. Last to leave, first to arrive.
Wie sieht die Zukunft von Arbeit, Spiel und Leben durch den „Black Mirror“ von Daten aus? Wie werden sich unsere quantifizierten Lebensstrukturen entwickeln? Die transmediale 2015 thematisierte unser Verständnis gegenüber einer Kultur, die von Messungs- und Automationsabläufen abhängt, und wie man in solch einer Kultur autonom handeln kann. Das Festival zeigte künstlerische Reaktionen und spekulative Szenarios sowie kritische Überlegungen zu Prozessen der Gamifizierung, Quantifizierung, algorithmischen Kontrolle und des allgegenwärtigen Netzwerkens. Geboten wurde ein breites internationales Programm an Ausstellungen, Screenings, Konferenzveranstaltungen, Workshops und Performances mit Teilnehmern aus vielen unterschiedlichen Bereichen zu präsentieren.
Festivalthema
Wie sieht die Zukunft von Arbeit, Spiel und Leben durch den „Black Mirror“ von Daten aus? Wie werden sich unsere quantifizierten Lebensstrukturen entwickeln? Die transmediale 2015 thematisierte unser Verständnis gegenüber einer Kultur, die von Messungs- und Automationsabläufen abhängt, und wie man in solch einer Kultur autonom handeln kann.
Wir leben in Gesellschafts- und Wirtschaftsstrukturen, die von einem weltweiten Wetteifern nach konstanter, von Algorithmen geleiteter Optimierung definiert werden. Spielen die lautstarken Debatten über Regierungen und Firmen, die alle Kommunikationsflüsse sammeln, verarbeiten und ausnutzen, unsere Rollen und Verantwortlichkeiten herunter? Welche tieferliegenden Motivationsstrukturen treiben unsere harte Arbeit und unseren Spielanteil in Netzwerken an? In Zeiten, in denen der Begriff des „Full Take", der vollständigen Erfassung von Kommunikation symptomatisch erscheint, wie der Staat eine Ideologie von tief verwurzeltem, selbstgesteuertem Feedback geschaffen hat, ist es unbestreitbar, dass wir Perspektiven brauchen, die über die Rolle des Einzelnen hinausgehen. Allerdings meint auch der Begriff „Selbst“ heute ein Individuum an der Schnittstelle von Subjektivität und Datenflüssen. In der Logik des CAPTURE ALL wird das Leben zunehmend von einer niemals endenden Kontrolle durch Vorhersagen regiert. Mittlerweile kann aus allem ein Wert gewonnen, die Messung von Produktivität auf alle Lebensbereiche angewandt werden. Das bedeutet je nach Position in der Weltwirtschaft, dass man entweder ständig oder nie arbeitet. Innerhalb des Paradigmas der kreativen Arbeit soll jede Arbeit Spaß machen und all unsere sozialen Beziehungen produktiv sein. In diesem Bestreben ist die Selbstoptimierung zentral: Es werden ständig Wege gesucht, wie wir unser persönliches Leben effektiver gestalten können. Erreicht wird die Selbstoptimierung durch Messung, Bewertung und Motivation – Elemente, die eng mit Prozessen der Quantifizierung, Datafizierung und Gamifizierung zusammenhängen. Wir mögen Wege finden, wie wir uns gegen den „Full Take“ der Massenüberwachung zur Wehr setzen können. Doch können wir auch einen Widerstand gegen die CAPTURE ALL-Logik definieren, während sich der Trend der Gamifizierung durch unsere gesamte Kultur zieht?
Die transmediale 2015 zeigte künstlerische Reaktionen und spekulative Szenarios sowie kritische Überlegungen zu Prozessen der Gamifizierung, Quantifizierung, allgegenwärtigen Netzwerkens und algorithmischen Kontrolle. Auch soll Thema sein, wie diese Abläufe die Sphären des täglichen Lebens, der Arbeit und des Spiels zunehmend miteinander vermischen. Wir freuen uns, ein breites internationales Programm an Ausstellungen, Screenings, Konferenzveranstaltungen, Workshops und Performances mit Teilnehmern aus vielen unterschiedlichen Bereichen zu präsentieren: Eine einzigartige Chance in der kurzzeitigen Umgebung des Festivals, um sich mit der Zukunft einer datafizierten Gesellschaft zu beschäftigen.
Kuratorisches Team: Daphne Dragona, Kristoffer Gansing, Robert Sakrowski, Marcel Schwierin
Vorwort zum Festivalkatalog
Algorithmic prediction now increasingly governs the choices we make in our quantified everyday life as well as the direction of big companies. Recently, the founder and CEO of Amazon claimed that all decisions in his company are based on statistical analysis. Most likely, those statistics are grounded in a continuous collection of data and algorithmic processing that don’t simply describe the current state of things but also predict probable future developments. Wearable technologies such as smart watches similarly track behaviour and use predictive algorithms on the premise of optimising productivity in our working and private lives. With the title CAPTURE ALL, transmediale 2015 takes a critical look at the current tendencies to collect and quantify everything, proposing that the paradigm of digital surveillance, that is the desired “full take” of all communication flows, is actually indicative of a larger mining of value from the total spectrum of social interactions.
Last year’s festival, afterglow, probed the fate of digital revolution ideals in the face of surveillance and corrupt techno-ecologies. The game changing element for this discussion were the revelations made by whistleblower Edward Snowden. But rather than instill a nostalgia for the past or the image of a complete dystopia, the festival framed a specific moment of transition, a coming of age of digital culture at large. With CAPTURE ALL, we follow up with a pro-active approach, where life under predictive data capitalism is being communicated through comprehensible aesthetic forms in combination with critical discussions and constructive proposals of nothing less than new socio-technical models. transmediale 2015 deals with current topics such as gamification, quantification, ubiquitous networking and algorithmic control, and their ways of making the spheres of everyday life, work and play increasingly indistinguishable. We may be able to formulate paths of resistance to the “full take” of mass surveillance, but can we equally define a resistance to the “capture all logic” as its gamifying tendency spreads throughout the whole of our culture? Or should we instead look to new tactics and strategies of acceleration and the building of competing infrastructures in order to create new forms of living?
Harbouring these ideas, we are proud to present a diverse international programme of exhibitions, screenings, conference events, workshops and performances with participants from many different disciplines. We warmly thank all our supporters and sponsors who have made this dynamic edition of the festival possible, starting with the German Federal Cultural Foundation that provides the financial backbone of transmediale. This is followed by a warm thank you to our important partners HKW – Haus der Kulturen der Welt which is our main venue, Medienboard Berlin-Brandenburg who supports our marketing efforts and the Federal Agency for Civic Education, the main funder of our conference programme. In addition, transmediale always cooperates with different cultural institutes, foundations, embassies and universities on specific programmes and projects. This year we are once again lucky to thank key partners such as The Canadian Embassy for the yearly Marshall McLuhan lecture and McLuhan Salon programme, and the Schering Stiftung together with FACT for the exhibition Time & Motion. We are also very grateful for the strengthened cooperation with the Winchester School of Art as well as for the research cooperations with Aarhus and Leuphana University. In Berlin, we thank the University of the Arts for the ongoing collaboration of the Vilém Flusser Residency for Artistic Research. A huge thank you also goes out to all the local project spaces, galleries and institutions that take part in the transmediale and CTM festival pre-festival programme, Vorspiel. As artistic director of the festival, I also want to thank all those who put in such an incredible effort to make the festival a reality, including the whole transmediale team, the technical support of serve-u and the administrative office Kulturprojekte Berlin. A special mention goes to Markus Huber who after eight festivals is sadly leaving the team – a highly treasured colleague, we wish him all the best for the future.
Kristoffer Gansing, artistic director, transmediale.
Die transmediale 2015, die sich um drei Hauptthemenbereiche von CAPTURE ALL: Leben, Spiel und Arbeit dreht, untersucht, wie sich diese Bereiche jeweils verändern und wie sie alle untrennbare Bestandteile eines beschleunigten Kapitalismus sind. Wir versuchen, die komplexe Welt der Algorithmen abzubilden und diskutieren dabei die Prozesse, Phänomene, Technologien und Infrastrukturen, die damit verbunden sind. Was bedeutet unsere bereitwillige Teilnahme an Selbstoptimierung und Selbstkommodifizierung? Welche Rolle spielen spielerische Technologien und Spielmechaniken heute? Wie können wir unser Recht auf arbeitsfreie Zeit zurückgewinnen? Wie können wir uns aus der ständigen Verfügbarkeit zurückziehen, die durch neue Logistiksysteme und neue Kontrollalgorithmen ermöglicht wird? Durch ein umfangreiches Angebot an Ausstellungen, Konferenzveranstaltungen, Filmvorführungen, Performances und Workshops prägen diese Stränge das Programm der diesjährigen Ausgabe.
Die dritte Ausgabe beinhaltet Hintergrundinformationen, Interviews und visuelle Eindrücke über das Festival 2015 und dessen Thema CAPTURE ALL.
Folgend einem Forschungsworkshop in der School for Creative Media, City University of Hong Kong im Oktober 2014, spricht es das Thema der transmediale 2015 CAPTURE ALL als Forschungsgegenstand an: "untersuchen von Handlungen, welche die Möglichkeiten heutiger Quantifizierung von Leben [life], Arbeit [work] und Freizei [Play] ausreizen" In welchem Ausmaß umfassen Daten alles –sogar Forschung– tatsächlich?
Team
Kristoffer Gansing Artistic Director, Daphne Dragona Curator Conference & Exhibition, Robert Sakrowski Curator Exhibition, Marcel Schwierin Curator Film & Video, Inga Seidler Project Manager Exhibition & Installations, Daniela Silvestrin Project Manager Conference Program, Markus Huber Program Coordination & Fundraising, Sibylle Kerlisch Production Manager, Phillip Sünderhauf Technical Director, Sabrina Kürzinger Film & Video Program Intern, Svenja Schulte Exhibition & Installations Intern, Kim Voss Conference & Vorspiel Intern, Katharina Gratzl-Karnitschnig Administrative Manager & Finance, Christine Lang Administrative Manager & Guest Services, Sophie Joos Infocounter Management, Sanga Lenz Administrative Assistant & Guest Services, Jessica Burgold Guest Services Intern, Nina Vurdelja Performance Program Intern, Filippo Gianetta Marketing & Communications Manager, Lina Zuppke Editorial Manager, Tabea Hamperl Press Manager, Maria Lechner Communication Assistant, Natalie Schütze Communication Intern, Linda Dudacy Communication Intern, serve-u Technical Support, raumlaborberlin Festival Architecture, einskommanull Website Development, The Laboratory of Manuel Bürger Festival Graphic Desig
Beirat Alex Adriaansens, Marie-Luise Angerer, Inke Arns, Dieter Daniels, Jan Edler, Micz Flor
supporters
Main funders: Kulturstiftung des Bundes, Kultur Projekte Berlin, Bundeszentrale für politische Bildung, Medienboard Berlin-Brandenburg, HKW
Partners: The Canadian Embassy, Schering Stiftung, FACT, UdK Berlin, Winchester School of Art, Aarhus, Leuphana University
Festivalarchitektur
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