VideoFest '96
9․ VideoFest
Tagline: fernsehen, video, multimedia
Venues: Podewil
Date: 15.02 – 25.02.1996
Organisation: Mediopolis Berlin e.V.

Technological advances were growing at an exponential rate, and electronic art had started to invariably succumb to the digital. To deal with these developments, the VideoFest had restructured itself: video, television and multimedia were now given equal attention, and even the screening of films made with digital production elements was now possible.

Vorwort zum Festivalkatalog

Das VideoFest im 9 Jahr. Zum letzten Mal trägt es seinen alten Namen. Video war uns wichtig und wird es bleiben, solange es das Medium gibt. Video: Seit 30 Jahren hat sich weltweit eine neue Kunstform entwickelt, haben sich Menschen unabhängig vom Kommerz ausdrücken können, haben mit dem Anspruch auf eine andere Öffentlichkeit als die der großen Medien politische Kämpfe geführt. Anspruchsvolles Video war Avantgarde, die Zeichen setzte für die Formsprache von Film und Fernsehen. Ist Video jetzt kurz vor dem Aus? Digitale Schnittsysteme sind auf dem Vormarsch, Bandmaterial wird bald nicht mehr für die Arbeit und auch nicht mehr für die Aufnahme gebraucht. Das Fernsehen verändert sich. Virtuelle Studios, Interaktives TV, Zusammenführung von Fernseh- und Computernetzen sind die aktuellen Zauberworte. Filme werden auf Film oder Video gedreht, digital im Computer geschnitten und auf CD, Video oder Film vertrieben. Kinovorführungen werden über Satellit von digitalen Vorlagen erfolgen. Die Grenzen verfließen – Film – Fernsehen – Video – Multimedia – Computeranimation ... eins greift ins andere über, der Austausch der Bytes ist transmedial. Bilder, Bücher, Musik, Zeitungen produziert man digital, das Buch mit Musik im Datennetz ist schon kein Zukunftstraum mehr. Kommunikation erfährt neue Dimensionen, technologische Entwicklungen wachsen mit exponentieller Geschwindigkeit. Entsprechend wird die elektronische Kunst der digitalen weichen. Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, hat das VideoFest sich neu strukturiert: Video – Fernsehen – Multimedia stehen künftig gleichberechtigt nebeneinander, auch die Vorführung von Filmen mit digitalen Produktionsanteilen Ist möglich. Die VideoFest-Preise haben wir dem angepaßt: Wir verleihen drei Preise in Höhe von DM 2.500 für je eine Arbeit aus den Sektionen Video – Fernsehen – Multimedia. Noch dominieren Videos in HAUPTPROGRAMM und NIGHTFLIGHT, doch den Anteil von Fernseharbeiten haben wir deutlich erhöht. Außerdem im HAUPTPROGRAMM: Psychic Detective von John Sanborn, USA, der seinen interaktiven Spielfilm erstmals in Europa vorstellt, ferner die interdisziplinäre Video-Tanzperformance IO von JeanMarc Matos. Eine andere Performance bereichert den NIGHTFLIGHT: Der Kabarettist Matthias Beltz, die Philosophin Gerburg Treusch-Dieter und der Videokünstler Knut Gerwers spüren der Katastrophenkultur und der menschlichen Lust daran nach. Neu auch der Studentenwettbewerb. Eine Jury Berliner Studenten hat Videos von Hochschulen zu zwei Sonderprogrammen gebündelt und eine Arbeit prämiert. Der Preis: Eine Reise zum VideoFest '96. Wieder hat sich viel beim VideoFest geändert, mehr als sich hier umreißen läßt. Wir bleiben flexibel - ohne anpaßlerisch zu sein - und transportieren und reflektieren kritisch neue Formen der Medienkultur, ein Festival, das den Diskurs über Innovationen initiiert, statt in einer Mammutshow die Zuschauer mit Produkten zu bombardieren. Wir wünschen wie immer die von uns angestrebte Mischung von Unterhaltung, Information und Nachdenklichkeit.
Übrigens der neue Name des VideoFests ab 1997: transMedia

Knut Gerwers, Micky Kwella, Johannes Lenz-Hawliczek, Susanna Mende, Bea Wölfling (Das VideoFest-Team)

  1. VideoFest'96 catalogue scan, 1996

  2. Puppet Motel

    Laurie Anderson with Hsin-Chien Huang, USA, 1995, Mac - Catalogue scan

  3. DUPE

    Roy Faudree, 1996, Performance

Programmübersicht

Nach der Umstrukturierung des VideoFestes dominierten zwar weiterhin Videos das HAUPTPROGRAMM und das NIGHTFLIGHT-Programm, doch die Anzahl der Fernsehproduktionen stieg deutlich an. Die Idee, Spuren zu suchen und zu sichern, bestimmte die Auswahl der Installationen in diesem Jahr, zusammen mit einer Auswahl von Videos und Installationen polnischer Künstler. Neben inszenierten Präsentationen zeigte die Multimedia-Ausstellung eine Auswahl von 20 Einzelwerken, bei denen sich die Besucher frei zwischen den ausgestellten Projekten bewegen konnten.

Festivalpublikationen

Der Festivalkatalog enthält umfassende Informationen zu allen im Rahmen des VideoFest '96 stattfindenden Veranstaltungen sowie gezeigten Werke. Technologische Entwicklungen wuchsen mit exponentieller Geschwindigkeit, die elektronische Kunst sollte bald der digitalen weichen: Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, hatte sich das VideoFest '96 neu strukturiert und stellte nicht nur Video, sondern auch Fernsehen und Multimedia in den Fokus.

VideoFest-Preise

Preise werden an Werke vergeben, die sich durch herausragende Kreativität auszeichnen und einen Beitrag zur Weiterentwicklung von Video, Fernsehen und Multimedia leisten oder die sich auf ungewöhnliche Weise mit wichtigen gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen. Die Preise werden von der Auswahlkommission des VideoFest (Knut Gerwers, Micky Kwella, Susanna Mende, Bea Wölfling) vergeben.

Unser Studentenwettbewerb ist neu. Eine Jury aus Berliner Studenten hat aus den eingereichten Videos von Kunsthochschulen zwei Sonderprogramme zusammengestellt und einen Gewinner ausgewählt. Der Preis: eine Reise zum VideoFest '96.

team

Micky Kwella Festival Director, Program, Johannes Lenz-Hawliczek Business Manager, Susanna Mende Program, Bea Wölfling Program, Axel Bohse Video Installations, Bea Wölfling Press, Katja Schulz Assistant to the Director/Festival Realization, Danja Swindall Office & Counter, Kerstin Rautenberg Counter, Klaus Meier EDP, Matthias Behrens, Hannes Ickert, Home of Pirates International Technical Support**, Raimund Schlie** Coordination Podewil, Andreas Keßler Technical Support Podewil, Jens-Peter Steinert Videofest-Trailer

gefördert durch

Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten Berlin, Panda soft, NOKIA, VideoVox AV-Produktionen, Contrib.Net, PIK, Fritz, Pro Publico Medeingesellschaft, Berliner Kindl, Grenzenlos Kulturelle Begegnung mit Polen 1995

dank an folgende firmen und institutionen Auswärtiges Amt in Bonn, Minhoff, MACup-Verlag in Hamburg, TIP Magazin, Foro Artistico Eisfabrik Hannover, SiliconGraphics Computer Systems, Sharon Barnes in Dublin, and all speakers