2020 Vilém Flusser Residency
in Kooperation mit der Universität der Künste Berlin (UdK)

Pete Jiadong Qiang ist der 2020 Artist-in-Residence für die Vilém Flusser Residency für künstlerische Forschung in Zusammenarbeit mit der Universität der Künste Berlin (UdK). Für die Residency entwickelte Qiang eine neue Ebene des maximalistischen HyperBody-VR Game namens Vampire Squid – oder um es mit Flussers Worten zu sagen: Vampyroteuthis Infernalis.

  1. HyperBody: Pinkray - Room 40

  2. Qiang Hyperbody

HYPERBODY

Qiangs Forschung behandelt virtuelle und computergenerierte Architektur und untersucht neue techno-orientalische Kontexte, in denen queere Körper leben und handeln können. Diese experimentellen Landschaften haben das Potenzial, heterogene Welten bestehend aus Fragmenten von Anime-, Comic-, Gaming- und Fandom-Bildelementen zusammenzubringen. Durch die Öffnung dieser Räume für andere entwirft Qiang spekulative Zukünfte, die von kulturellen Werten geprägt sind und so die Begegnung mit technologischen und künstlerischen Produktionen aus einem asiatischen Bezugsrahmen stammend ermöglichen.

Im Rahmen der Residenz wird Qiang diese Forschung in Berlin fortsetzen und ethnografische Studien zu Clubs, öffentlichen Räumen und queeren Communities durchführen. Die Studien werden der Entwicklung einer immersiven Landschaft zugrunde liegen - einer kollektiv bewohnten Umwelt aus einer queeren Perspektive heraus betrachtet, die beabsichtigt unser Verständnis des Ortes zu politisieren und desorientieren. Dieser Ansatz hinterfragt nicht nur die Art und Weise, wie wir die Zwänge und Grenzen unserer materiellen Welt wahrnehmen, sondern entwirft auch alternative Praktiken der Gesellschaftlichkeit. In HyperBody zielt Qiangs Maximalistischer Ansatz darauf ab, den Raum, der Berliner Körper umgibt, durch visuellen Exzess und die Entfaltung multipler Welten des Begehrens neu zu definieren.

“(...) wir können unsere Körper nicht länger als Dinge unter anderen Dingen in der Welt betrachten. Wir sehen unsere Körper nun als Vermittler zwischen uns selbst und all den anderen Dingen in der Welt. Und in der Tat, da alle Dinge von uns auf die eine oder andere Weise durch unseren Körper erfahren werden, sollten wir eine Karte unseres Körpers erstellen, bevor wir versuchen können, Karten von Dingen in der Welt zu erstellen.”
Vilém Flusser, Toward a Map of the Body

Aus Sicht der Jury findet Qiangs Projekt Resonanz bei Theoretiker*innen, die sich mit queerem Utopismus und Hoffnungsgemeinschaften befassen. In HyperBody entwickelt Qiang eine Strategie zur Revitalisierung, um einen Diskurs über Widerstand und den Wiederaufbau von Welten zu schaffen - eine notwendige politische Geste in unserem gegenwärtigen politischen Moment.

jury

Anita Jóri, Nora O Murchú, and Martha Schwendener

credits

Das Residency Programm ist eine Kooperation zwischen dem Vilém Flusser Archiv an der Universität der Künste Berlin (UdK) und der transmediale, Festival für Kunst und digitale Kultur.