Laura Benech ist die Artist-in-Residence der coExistence Residency in Kooperation mit HEK (Basel, Schweiz) und Pleamar (Mar del Plata, Argentinien), mit Unterstützung von Pro Helvetia. Während ihrer Residency untersucht Laura das Konzept der Latenz in verschränkten Systemen und die Frage, wie diese die Erfahrung der Koexistenz zwischen menschlichen und synthetischen Akteur:innen prägen.
Die Frage, wie menschliche und synthetische Akteur:innen einander begegnen, interagieren und gemeinsam Zukünfte imaginieren können, steht im Mittelpunkt von coExistence – Encounters of Human and Synthetic Agents. Synthetische Welten werden hier als Räume für Empathie, Dialog und wechselseitige Erfindungen neu gerahmt. Das Programm fragt, wie Künstler:innen und Forscher:innen gemeinsam mit Maschinen, Artefakten, Bots und anderen Formen künstlicher Intelligenz Möglichkeiten für Vertrauen, Neugier und geteilte Handlungsmacht eröffnen können. Das kollaborative Projekt bietet drei Künstler:innen die Möglichkeit zur Produktion einer neuen Arbeit sowie einer Residency vor Ort in einer der Partnerinstitutionen. Die coExistence Residents sind Laura Cugusi, zu Gast bei Pleamar, und Simone C. Niquille, zu Gast bei HEK. Laura Benech wird von transmediale gehosted. Mehr über das Projekt erfahren .
Emergence: Hidden States and Other Worlds (Arbeitstitel) ist ein Forschungsprojekt, das ein technologisches System untersucht, dessen Betrieb auf der kontinuierlichen Redifferenzierung verschränkter Systeme basiert und sichtbar macht, was sich innerhalb von Koexistenzerfahrungen der Formalisierung entzieht. Künstliche Intelligenz wird hier nicht eingesetzt, um die Welt zu interpretieren oder darzustellen, sondern um die Bedingungen zu modelieren, unter denen neue Phänomene entstehen. Anstatt Inputs auf Outputs abzubilden, verteilt das System Ereignisse über die Zeit durch variable Latenzen, Rückkopplungsschleifen und nichtlineare Abhängigkeiten, die stabilen Zuständen widerstehen.
Der Begriff der Latenz bildet den Kern des Projekts – nicht als technische Verzögerung, die es zu optimieren gilt, sondern als strukturelle Bedingung von Emergenz und als gelebte Zeitlichkeit, die multiple, asynchrone Rhythmen trägt. Unter Rückgriff auf das neurowissenschaftliche Verständnis davon, wie verzögerte Signale in eine kohärente Gegenwart integriert werden, erkundet die Forschung, was möglich wird, wenn zeitliche Diskrepanzen aufrechterhalten statt aufgelöst werden.
Das Projekt wird in den kommenden Monaten im Rahmen des coExistence Residency-Programms entwickelt und arbeitet auf ein installatives Element hin, das strukturell modulierte Latenz, performative Visualisierungen und robotische Akteur:innen verbindet.
Jury
Jury Marlene Wenger, Programmleiterin und Kuratorin HEK Basel; Luciana Aldegani, Pleamar; und Anna-Lena Panter für transmediale.
Credits
coExistence ist ein Projekt von transmediale, HEK und Pleamar, mit Unterstützung der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia.




