Georgios Papadopoulos ist Artist-in-Residence der Vilém Flusser Residency for Artistic Research 2012 in Kooperation mit der Universität der Künste Berlin (UdK). Die Residenz ermöglicht es dem Drachma-Projekt, ein vorläufiges Produktionsbüro im Vilém Flusser Archiv aufbauen, um die künstlerischen und weitreichenden Materialien aus dem Diskurs zu sammeln und zu bearbeiten und als Lab für neue Reflektionen und Experimente zu dienen.
Die Idee der Residency und des Drachma Projektes war es, sich mit der Bedeutung von visueller und non-verbaler Darstellung in wirtschaftlicher und sozialer Interaktion zu beschäftigen. Der Fokus der Untersuchung ist die Währung, die Drachma und auch der Euro, die als Knotenpunkte gefühlsbedingter Spannungen und als Projektionsflächen für Verlangen und Subjektivität fungierten. Beteiligung an der sozialen Ideologie, an Konsum und an Produktion sollen angesprochen und unterbrochen werden. Die Frage der Darstellung von Wert in Währung ist offensichtlich verbunden mit der Semiotik und auch mit Ästhetik und Kunst. Gefühlsbedingte Investitionen soll in dominanter Ideologie, im Konsum und in der Produktion angesprochen und unterbrochen werden, da sie durch Währung geleitet werden. Dadurch wird eine gemischte Praxis aus theoretischer Kritik und “speculative numismatics” (Lee 2011) entwickelt. Währung wurde in der gleichen Art wie ein Text gelesen und dieser Text konstruiert die Narrative eines Fetisches. Jede Münze und jeder Geldschein kann heruntergebrochen werden auf essentielle visuelle und textliche Elemente und deren Analyse kann in symbolische und ikonografische Muster extrahiert werden, die Gemeinschaften und Werte darstellen.
Vilém Flussers Denken war äußerst wichtig für die Betrachtung von Geld und Währungen und brachte die Frage auf, wie Wert in der Ära der technischen Bilder dargestellt wird. Flussers Hypothese der Dominanz der technischen Bilder, Fotos, von Maschinen produzierte Texte oder Mischkonfigurationen von Texten und Bildern verbindet die soziale Realität und Apparate, die sie organisieren. Es wird davon ausgegangen, dass unsere Beteiligung am Markt durch unsere Identifikation mit den ikonischen Darstellungen von Wert und Verlangen konditioniert werden. Diese werden in der visuell-textlichen Architektur von Während deutlich (eine Reihe technischer Bilder, die durch den Geldapparat produziert werden). Die Analyse von Geldscheinen, technische Bilder, die vom staatlichen Geldapparat produziert wurden, kann den Prozess der Selbstdarstellung nachverfolgen, der in der Währung ausgedrückt und kommuniziert wird. Themen wie Geschichte, Territorialität und Nationalität werden in der Bilsprache von Geld stark dafür genutzt, Wert und Vertrauen auszudrücken.
jury
Claudia Becker, Julian Oliver and Kristoffer Gansing
credits
Das Residency-Programm ist eine Kooperation zwischen dem Vilém Flusser Archiv der Universität der Künste (UDK) und der transmediale, Festival für Kunst und digitale Kultur Berlin.

