2017 Vilém Flusser Residency
in Kooperation mit der Universität der Künste Berlin (UdK)

Die Künstler Duo Demystification Committee sind die Artists-in-Residence der Vilém Flusser Residency Program for Artistic Research 2017 in kooperation mit der Universität der Künste Berlin (UdK). Das Vilém Flusser Residency Program for Artistic Research 2017 ermöglicht es den Künstlern, ihr Projekt Offshore Investigation Vehicle.

  1. Offshore Investigation Vehicle

  2. Offshore Investigation Vehicle by Demystification Committee

  3. Offshore Investigation Vehicle by Demystification Committee

  4. Offshore Investigation Vehicle by Demystification Committee

Offshore Investigation Vehicle

Das Demystification Committee, dem Oliver S. und Francesco T. vorsitzen, ist ein kollaborativer Zusammenschluss, der auf die Untersuchung von globalisierten, außerstaatlichen, verdeckter Systeme und groß angelegten Netzwerken, Prozessen und Technologien ausgelegt ist. Die Erforschung solcher fluktuierender Technologien umfassen die Untersuchung von Plattformen, Maschinen, physische Netzwerke, virtuelle und künstliche Kräfte, legale und juristische Rahmenbedingungen. Mit einem Fokus auf diese Prozesse zielt das Komitee darauf ab, kollidierende technologische und soziale Laufbahnen durch künstlerische Experimente zu verstehen. In dem es über die reine Verwendung von spezifischer Techniken, Werkzeugen und Technologien hinausgeht, experimentiert das Demystification Committee mit alternativen Narrativen zu den bestehenden dominanten Mythen, welche Technologie und Gesellschaft umgeben.

Der Projektantrag für die Residency, Offshore Investigation Vehicle, basiert auf der laufenden Erforschung von Strukturen, welche Offshore Praktiken verkörpern. Er versucht die Bedeutung der Verlagerung von Finanzsystemen zu identifizieren. Die Künstler haben einen interventionistischen Ansatz gewählt, durch welchen sie selbst „offshore“ werden. Aber wie ist das möglich, wenn solche Strukturen und deren Verursacher unklar und verborgen bleiben? Durch die Erstellung einer „Offshore A-Z“ Datenbank hat das Komitee eine erste, Pre-Panama-Papers, Datensammlung erstellt, in welcher Algorithmen sich wiederholende Muster taktischer Fehler im Namen und legalen Rahmen von Offshore Gesellschaften bearbeiten, abbilden und sich zu Nutze machen. Die nächste Phase des Projekts beinhaltet die Errichtung einer Offshore Gesellschaft um die Thematik tiefergehend von sich heraus zu untersuchen und das Erforschen möglicher Offshore Taktiken durch eine Serie von Workshops mit weiteren Kollaborateur_innen.

Die Jury schätzte insbesondere die politische Natur des Projekts in Kombination mit einer Sensibilität für die Ästhetik des Offshorings sowie den proaktiven Charakter der experimentellen Methodologie, welche als „Bedrohung für die Forschung“ formuliert wurde. Die Künstler selbst schreiben, dass sie „die Werkzeuge der Finanziellen Verschwiegenheit nutzen nicht um ein Offshore Investement Vehicle, sondern ein Offshore Investigation Vehicle zu erschaffen“.

In diesem Sinne erinnert das Projekt an Vilém Flussers Konzept des „Apparats“, denn:

”[a]pparatuses, though the result of industry, point beyond the industrial context towards post-industrial society. Therefore a formulation of things based on industry (…) is no longer competent to deal with apparatuses and misses what they are about. We have to reach out for new categories in order to be able to tackle apparatuses and define what they are.“
Flusser, Towards a Philosophy of Photography
jury

Kristoffer Gansing, Susanne Kriemann and Maren Hartmann

credits

Das Residency Programm ist eine Kooperation zwischen dem Vilém Flusser Archiv an der Universität der Künste Berlin (UdK) und der transmediale, Festival für Kunst und digitale Kultur.