September – October
remote. response. request. III. bringt zwei Filmemacherinnen zusammen, die sich mit der Macht des Bildes über uns beschäftigen sowie die Art und Weise, wie diese Macht sowohl zugunsten als auch gegen politische Forderungen und Aktionen wirken kann. Chloé Galibert-Laîné und Katerina Suvorova hinterfragen, erzeugen und heben die Macht des Bildes hervor, um Debatten neu zu gestalten und sozialen Wandel zu bewirken.
Chloé Galibert-Laîné arbeitet mit Archivbildern aus verschwörungstheoretischen YouTube-Videos, Staatspropaganda und Hollywoodfilmen und lenkt den Wunsch der Zuschauer:innen nach dem Bild um, indem sie die Bedeutungsebenen dekonstruiert. Für ihre Dokumentarfilme wählte sie das Format des Essayfilms und ihre Werke entstehen durch eine Reihe inszenierter Interaktionen zwischen der Filmemacherin und den Bildern, Filmen und Textdokumenten, die sich auf dem Desktop ihres Computers befinden. In Zwiesprache mit diesen Materialien zerlegt Galibert-Laîné das Bild, um das Spektakel in dessen Kern zu enthüllen, wobei sie neue Verbindungen und Sichtweisen aufzeigt, durch die die Zuschauer:innen in die Lage versetzt werden, sich seiner Aura und Macht zu widersetzen; ein Recht auf Antwort gegenüber dem Bild.
Im letzten Teil von remote. response. request. untersucht Galibert-Laîné in einer Reihe von Objektinstallationen, Audioarbeiten und Filmen – zu denen auch ihr jüngster Beitrag Forensickness und der Kurzfilm A Very Long Exposure Time gehören –, was es heißt, sich der Macht des filmischen Bildes zu widersetzen.
Der Interview-Film Heads May Roll präsentiert Katerina Suvorova im Gespräch mit dem Aktivisten und Schriftsteller Moldiyar Yergebekov. Gemeinsam diskutieren die beiden über Themen, die in Suvorovas demnächst erscheinenden Spielfilmen One Year Chronicles und Qyz Bolsyn behandelt werden und lenken die Aufmerksamkeit auf Widerstandshandlungen von Bürger*innnen, die einen sozialen Wandel in Kasachstan fordern. Das Gespräch beleuchtet das Erbe von Katerina Suvorovas Filmarbeiten und wirft ein Schlaglicht auf die anhaltende politische Unterdrückung, die systematische Geschlechterdiskriminierung und die anhaltenden Folgen des Kolonialismus in dem ehemals sowjetischen Staat.



