Haus der Kulturen der Welt (HKW)
2 – 5 February 2017
Materielle und animistische Bedingungen der Wirklichkeit spielen neuerdings eine immer größere Rolle in Gegenwartskunst und Diskursen. Doch posthumane maschinelle Autonomie und generative Computerprozesse sind, wie Florian Wüst schreibt, bereits seit längerer Zeit Interessenschwerpunkte der transmediale und ihrer Vorläufer.
Die MedienOperative, 1977 als Zentrum für unabhängige Videoarbeit und Videokultur in West-Berlin gegründet, veranstaltete im Rahmen des 17. Internationalen Forums des Jungen Films 1987 erstmals ein mehrtägiges Videoprogramm. Auf Betreiben Micky Kwellas folgte ein Jahr später das VideoFilmFest, das ebenfalls im Zusammenhang mit der Berlinale stattfand. Erst 1990 präsentierte sich das VideoFest als ein eigenständiges Festival für Videokunst und Videodokumentation. Die zeitliche Nähe zur Berlinale blieb erhalten. An die Geschichte des Festivals erinnert ever elusive durch die Wiederaufführung einzelner Videoarbeiten aus dem Archiv der transmediale. Audiovisuelle Abstraktionen ziehen sich ebenso durch die internationale Auswahl historischer und zeitgenössischer Filme wie der dokumentarische Blick auf die materiellen und animistischen Bedingungen einer Wirklichkeit, die der vermeintlichen Entmaterialisierung der digitalen Welt entgegenstehen.
Das Film- und Videoprogramm von ever elusive zeigt dezidiert künstlerische Herangehensweisen im Umgang mit analogen und digitalen Ästhetiken. Die bewusste Überforderung menschlicher Wahrnehmung im Kino sowie der Verweis auf Vorgänge, die sich jenseits von Wahrnehmbarkeit und Kontrolle vollziehen, identifizieren die Verselbstständigung der Maschine als einen der wesentlichen Aspekte der vergangenen und zukünftigen technischen Entwicklung. Die Filme changieren zwischen utopischen und dystopischen Szenarien, um nicht zuletzt eine Widerständigkeit gegenüber den herrschenden Machtverhältnissen im globalen Kapitalismus zu behaupten.














