Anxious to Secure
kuratiert von Theresa Züger
Haus der Kulturen der Welt (HKW)
03 – 07 February 2016

Neue Vokabulare und Sensibilitäten sind erforderlich, um die verschiedenen sozialen, ökonomischen und technologischen Modelle benennen und unterscheiden zu können, die momentan in Reaktion auf die immer prekärer werdenden Lebensbedingungen in der Welt entstehen. Diese Situation bringt neue Vorstellungen dessen mit sich, was ein Gespräch sein kann, und einen neuen Umgang mit den im Spätkapitalismus vorherrschenden Ängsten.

  1. Theresa Züger introducing the Keynote Conversastion "Anxious to Secure"

  2. Impression of the hybrid event "Disnovation Research / Drone-2000"

  3. Tacit Futures #1, Panel bei der transmediale 2016

  4. Krystian Woznicki introducing the panel "Tacit Futures #1: Building Snowden Archives"

  5. Krystian Woznicki introducing the panel "Tacit Futures #1: Building Snowden Archives"

  6. Deborah Natsios & John Young, M.C. McGrath, Evan Light, Andrew Clement and Krystian Woznicki at the panel "Tacit Futures #1: Building Snowden Archives"

  7. Didier Bigo at the panel "New State of Mind"

  8. Annegret Falter, Wolfgang Kaleck, Theresa Züger, Markus Beckedahl and Jacob Appelbaum (left to right) at the panel "Let's talk about Whistleblowing"

  9. "Border Visions", Hybrid Event

Wachsende Unsicherheit und Prekarisierung sind Entwicklungen, die wir in unserer Lebenswelt immer stärker als Normalzustand akzeptieren. Auf persönlicher Ebene erleben wir instabile Arbeitsbedingungen und soziale Verbindungen, die zunehmend an Zusammenhalt verlieren. Auf geopolitischer Ebene befeuern Terrorismus und Migration eine Rhetorik der Versicherheitlichung. Das Verlangen nach Sicherheit drängt sich allumfassend in unser Leben, zwischenmenschlich ebenso wie global. In dieser Form und diesem Ausmaß ist der Fokus auf Sicherheit und die daraus folgenden Kontrollmechanismen beispiellos in der Geschichte der Menschheit.

Dabei fangen wir gerade erst an zu verstehen, wie und auf welchen Ebenen die allgegenwärtige Überwachung und der Drang nach Absicherung unser Leben verändern. Dieser Stream nimmt auf Mikro- und Makroebene Sicherheitskulturen in den Blick, die als Reaktion auf individuelle wie kollektive Ängste entstehen. Er geht jedoch über die Analyse des Ist-Zustands hinaus, indem er hinterfragt, warum wir uns so absichern, wie wir es tun – und ob uns dies die Art von Sicherheit bieten kann, die wir uns vorstellen. Im Mittelpunkt des Streams steht die Frage, wie wir in der pluralistischen, vernetzten und oft prekären Welt, in der wir leben, Sicherheit gewinnen wollen. Die Veranstaltungen thematisieren alternative Sicherheitsmodelle und Praktiken des Widerstands wie Whistleblowing, die Informations- und Machtasymmetrien verschieben. Der Stream fragt nach einer neuen Ethik der Sicherheit, die im Kontext der Digitalisierung formuliert werden muss, um der Komplexität der heutigen Lebenswelt gerecht zu werden.