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Inhaltliche Bemerkungen zum Content

Das Wort „Content“ hat eine interessante Etymologie, die auf Altfranzösisch und Latein zurückgeht. Es stammt ursprünglich vom lateinischen contentus, was „enthalten“ oder „zusammenhalten“ bedeutet. Dieses lateinische Wort lässt sich in con (zusammen) und tenere (halten) zerlegen und gelangte einigen Quellen zufolge im späten 14 Jahrhundert durch das altfranzösische „content“ mit zwei Auslegungen in den englischen Sprachgebrauch: als Adjektiv mit der Bedeutung „zufrieden“ sowie als Substantiv mit der Bedeutung „das, was enthalten ist“ oder „der Inhalt von etwas“. Doch Sprachgebrauch und Wortbedeutungen ändern sich und passen sich im Laufe der Zeit an. So erweiterte sich die Bedeutung des Wortes und umfasste zunehmend auch Gegenstand oder Substanz von etwas (wie der Inhalt eines Buches), einen Zustand der Zufriedenheit (wenn es als Adjektiv verwendet wird) oder die Ideen und das Material, die in Medien enthalten sind (so wie wir es heute üblicherweise in Ausdrücken wie Content Creation verwenden). Die moderne Verwendung von Content, die sich speziell auf Medien und online geteilte Informationen bezieht, ist eine relativ neue semantische Erweiterung der ursprünglichen Bedeutung des Substantivs, die im digitalen Zeitalter weit verbreitet ist und immer noch das Kernkonzept von dem „was enthalten ist“ mit sich trägt.

Der Weg, den „Content“ zurückgelegt hat, bildet die Entwicklung der Beziehung zwischen der Menschheit und Informationen ab. Zur Zeit des Mittelalters, als Wissen physisch in Manuskripten und Büchern enthalten war, hatte „Inhalt“ tatsächlich etwas mit Beinhaltung oder Füllung zu tun – mit den physischen Grenzen, in denen Worte und Ideen enthalten sind. Die Menschen betrachteten Informationen als etwas, das in gegenständlichen Behältnissen aufbewahrt und geschützt werden musste. Doch während der Renaissance und der Zeit der Aufklärung geschah etwas Tiefgreifendes. Als die Alphabetisierung zunahm und der Buchdruck das Teilen von Information revolutionierte, begann sich die Bedeutung des Begriffs Content von seinen physischen Beschränkungen zu lösen. Er begann sich nun auf die Ideen selbst zu beziehen und nicht mehr auf ihren Container. Dieser Wandel verlief parallel zu einer breiteren kulturellen Verschiebung hin zu einer Auffassung von Wissen als etwas, das zwischen Köpfen fließen kann, und nicht etwas, das weggeschlossen wird. Die industrielle Revolution brachte einen weiteren Wandel mit sich. „Content“ wurde zu einer Bezeichnung von industriellem Material – chemischer und mineralischer Inhalt – wobei sich hier widerspiegelte, wie die Menschen die Welt zu analysieren und zu quantifizieren gelernt haben. Die Information selbst wurde zu etwas, das sich messen und standardisieren ließ.

Die dann folgende digitale Revolution war genau der Moment, an dem Content als Substantiv seine bisher radikalste Transformation durchmachte. Im Digitalen haben sich die herkömmlichen Grenzen zwischen Container und Content fast gänzlich aufgelöst. Digitale Inhalte können gleichzeitig an mehreren Orten existieren und werden unendlich oft kopiert, verändert und weitergegeben. Sie sind überall und nirgends.

Die ursprüngliche adjektivische Bedeutung von zufrieden und glücklich erscheint fast ironisch angesichts dessen, was man heute unter „erfüllt“ verstehen kann. Wir leben in einer Zeit endloser Inhaltsströme, und doch sind wir nie ganz erfüllt. Das Wort, das einst Begrenzungen und Zufriedenheit implizierte, existiert heute in einem Bereich, in dem Grenzen bedeutungslos sind und wo Befriedigung immer auf den nächsten Klick, das nächste Sharen, den nächsten Like aufgeschoben wird. Selbst die Rolle der Content Creators spiegelt diesen Wandel wider. Die Schreiber des Mittelalters waren Content-Hüter, die ihr Wissen in physischen Buchbänden bewahrten, während heutige Content Creators ihre Ideen in einen grenzenlosen digitalen Ozean hinaussenden. Dennoch kämpfen auch sie immer noch mit Begrenzungen, da sie versuchen, ihre Botschaften im Rahmen der Beschränkungen von Algorithmen, Aufmerksamkeitsspannen und Plattformregeln einzufüllen.

Es ist ein schönes Paradox: Das Wort, dessen Wurzel „zusammenhalten“ bedeutet, beschreibt nun etwas, bei dem es ganz wesentlich darum geht, unendlich formbar zu sein und sich über jeden Kanal oder Kontext hinweg bewegen und anpassen zu können. Vielleicht fühlt sich der Begriff deshalb so treffend für unser digitales Zeitalter an: Ihm ist genau die Spannung inhärent, in der wir uns zwischen Begrenzung und Freiheit, zwischen Zufriedenheit und endloser Suche bewegen.

Im Laufe dieser Evolution hat nicht nur ein Wort seine Bedeutung geändert. Sie zeigt vielmehr, wie wir Menschen unsere Beziehung zu Informationen, Wissen und Zufriedenheit grundlegend verändert haben. Jeder neue Sinn von „Content“ fügte eine weitere Bedeutungsebene hinzu, ohne die vorherigen vollständig zu löschen, und schuf so ein semantisches Palimpsest, das die Geschichte der menschlichen intellektuellen und technologischen Evolution erzählt. Im erhellten Labyrinth der Sprache schillert unser alter Freund Inhalt wie ein verchromtes Relikt aus einer Zukunft, in der wir bereits leben. Wie faszinierend und wie frustrierend zugleich, dass ein einziges Wort den psychischen Werdegang unserer Spezies so genau und unerbittlich abbildet.

II.
Ein Filmteam umringt eine Mutter, die ein Foto ihrer Tochter macht. Die sich auf dem Boden der Playboy-Villa räkelnde Tochter wird von einem anderen Fotografenteam abgelichtet. „You’re doing amazing, sweetie.“ (Du machst das toll, Süße.), sagt die Mutter und ermutigt sie so, ihre Pose noch länger zu halten.

In den hermetisch geschlossenen Umgebungen der zeitgenössischen Medienökologie erreichen bestimmte Sätze eine technologische Erhabenheit – sie überschreiten die Schwelle bloßer Äußerung und werden zu Memes. Der Satz „You’re doing amazing, sweetie.“ von Kris Jenner in diesem hyperrealen Moment der mütterlichen Kommodifizierung bildet vielleicht die perfekteste Kristallisation der libidinösen Ökonomie des Plattformkapitalismus: ein Moment, in dem die biologische Mutterschaft direkt mit den geballten Technologien, dem technologischen Stack der Aufmerksamkeitserregung zusammenfällt.

Die Szene funktioniert wie eine Art anthropologisches Diorama der Reproduktionsprotokolle des Spätkapitalismus: Die Mutter schaut dem sexuellen Auftreten ihrer Tochter zu, deren Darbietung sich an den gesamten Aufnahmeapparat richtet (Kameras, Beleuchtung, das unsichtbare und doch allgegenwärtige Netz der Vertriebskanäle), während der Meta-Apparat (das Team, dass die Reality-TV-Show filmt) nicht nur die Performance selbst, sondern auch die Performance der Unterstützung der Performance aufzeichnet. Hier spielt sich etwas ab, das ich „mütterlichen Stack“ nenne: eine vertikale Integration von Affekt, Kommerz und technologischer Vermittlung. Durch den mütterlichen Stack verwandeln sich die biologischen Beziehungen in infrastrukturelle Komponenten der Aufmerksamkeitsökonomie. Und genau hierin fand die damalige künstlerische Leiterin der transmediale, Nóra Ó Murchú, den Titel für das Festival 2024 mit dem Themenschwerpunkt Content.

In der psychologischen Architektur des Satzes „You’re doing“ (das Performen von Handlungsfähigkeit), „amazing“ (die Quantifizierung dieser Performance anhand der Vermarktungsmetriken), „sweetie“ (der Einsatz inniger Gefühle als Gleitmittel für die Geschäfte), weist jede Komponente Schnittstellen zu verschiedenen Ebenen der Bestätigung auf, vom biologischen Substrat der Mutter-Tochter-Bindung bis hin zum technologischen Überbau der Vertriebsnetze des Contents.

Als Gutenbergs Maschinenträume Worte über Europa ergossen, begann „Content“ seine erste Metamorphose. Heute leben wir im Zeitalter unendlicher Inhalte, in dem Kris Jenners „You’re doing amazing, sweetie.“ wie eine wahr gewordene Prophezeiung in unserem kollektiven Bewusstsein widerhallt. Es passt perfekt, dass dieser Satz, der eigentlich Kim bei ihrem Playboy-Fotoshooting 2007 ermuntern sollte, zu einem Mantra für unser content-gesättigtes Zeitalter geworden ist. Jedes TikTok-Video, jede Instagram-Story, jeder Tweet wird mit diesem geisterhaft mütterlichen Zuspruch, diesem digitalen Segen beantwortet.⁠1 Das Einspeisen unendlichen Contents in die Leere machen wir alle ganz amazing, sweetie.

Der mittelalterliche Schreiber wurde zum Content Creator, einer Mischung aus selbsternanntem Künstlertum und Algorithmen. Die Kris Jenners des digitalen Zeitalters stehen mit gezückten Telefonen hinter den Ringlichtern und flüstern dem Nachwuchs Ermutigungen zu. Passend zu unserer heutigen Zeit kämpfen sie immer noch mit Begrenzung – nicht von Papier und Tinte, sondern von Aufmerksamkeit und Interaktionszahlen, diesen schillernden Währungen der digitalen Wirtschaft. Ist das nicht wunderbar? Das Wort, das einst „zusammenhalten“ bedeutete, beschreibt jetzt genau die Kraft, die uns auseinanderreißt und in neuen Konfigurationen wieder zusammenfügt. Jeder Post ist ein neues Experiment über menschliches Bewusstsein, jeder Like oder Share eine winzige Bestätigung: You’re doing amazing, sweetie, wie du dich im Content-Strom auflöst.

Die Zukunft kam so plötzlich, doch das Wort war vorbereitet und hatte die ganze Zeit nur darauf gewartet. Von der Begrenzung zur Befreiung, von der Befriedigung zum ewigen Hunger – „Content“ entwickelt sich nicht nur, sondern prophezeit. Siehst du dir sein Schillern genau an, würdest du darin dein eigenes Spiegelbild erkennen, das sich auf den Bildschirmen von morgen ins Unendliche vervielfacht, und sweetie, jede Version von dir is doing amazing in dieser endlosen, digitalen Performance. Wir sind jetzt alle Kris Jenner, alle Kim Kardashian, Publikum und Performerin, jeglicher Content und Container, die sich in der bildschönen Katastrophe der unendlichen, digitalen Reproduktion auflösen.

III.
Die in diesem Band versammelten Texte kartografieren Gebiete, in denen der Content nicht nur das Bewusstsein kolonisiert, sondern auch schon seit Langem die Politik ihrer Substanz beraubt hat. Jaakko Pallasvuo führt in Nabelschau die kritisierte Leere direkt vor, durch ein Schlüpfen in die Rolle der Künstler:in als Content Creator, um die zugrunde liegenden Absurditäten aufzudecken. Shaka McGlotten schreibt in Der Vibe schwebt seitwärts die Chronik eines Eintauchens in Reality-TV und Horror-Podcasts während der Pandemie, die verdeutlicht, wie das Verschlingen von Inhalten unsere Erfahrungen der Isolation und Furcht prägt. Su Yu Hsins Wasser: Ein Geoarchiv zeigt, wie Umweltbilder zu Content werden, der die Klimakrise eher verschleiert als erhellt, und schlägt daher alternative Wege der Aufzeichnung und Übermittlung von ökologischem Wissen vor. Einige der Texte liefern uns eine Reihe von Diagnosen, wie es um die Inhalte aktuell bestellt ist: Protestbewegungen werden auf Hashtags reduziert, Revolutionen werden als Instagram Carousel-Posts verpackt, und Genozid und Ökozid werden zu Futter für Doomscrolling. Reality-TV-Kandidat:innen hungern in der Wildnis, während die Zuschauer:innen durch den digitalen Konsum zunehmen. KI-Chatbots denken sich Geschichten über das koloniale Kenia aus, während sich die Accounts großer Firmen solidarisch zeigen. Die Geister in unseren Maschinen flüstern von analogen Tonbändern, während wir endlos den Content unserer eigenen Auflösung generieren.

Doch in diesen Texten finden wir auch Strategien, um der Leere eine Bedeutung abzugewinnen. In Zuhören studieren untersuchen dejana und dubravka sekulić, wie Farida Amadou ihr Instrument einsetzt, um ihr Bassspiel in ein Vehikel der zeitlichen Entprogrammierung zu verwandeln, indem sie Klangräume erzeugt, die sich einer algorithmischen Erfassung entziehen, und ihre Musikinstrumente in Werkzeuge der Befreiung von Zeit verwandelt. In Das Ohr des Sturms teilt Nicolás Jaar seine Gedanken über das Zuhören als einer Form des Widerstands, und entdeckt beim Besuch der Installation Oceanic Refractions in einem leeren Berliner Krematorium neue Möglichkeiten des Zuhörens jenseits des endlosen Rauschens von Content. Künstler:innen machen aus Stille eine Waffe gegen Extraktion und schmieden Gemeinschaften in den Lücken zwischen den Content-Strömen. Im Gespräch, das Emele Ugavule mit Merewalesi Nailatikau und AM Kanngieser geführt hat, entdecken wir, wie die pazifischen Geschichtenerzähler:innen von Oceanic Refractions das Narrativ der untergehenden Inseln zurückweisen. Durch digitale Refraktionen schaffen sie echte Verbindungen anstelle bloßen Engagements und nutzen Digitaltechnologien, um traditionelle Wissenssysteme zu stärken, anstatt sie zu verdrängen.

Aus all diesen verschiedenen Interventionen entsteht ein zeitlicher Abriss über die Weisen, in denen Bedeutung trotz ihrer kommerziellen Verflachung fortbesteht. McGlottens Gedankenspiele zu den Kandidat:innen des Reality-TVs und den Narrativen der Horror-Podcasts hallen wieder in den Überlegungen der sekulićs über die Bass-Performances – sie alle machen Vorschläge, wie Medienerfahrungen gegen die Medien selbst gewendet werden können. Sus Analyse der Wasserinfrastrukturen und Jaars Meditation über das Zuhören machen Vorschläge, wie sich Krisen archivieren lassen, ohne der Tendenz des Contents zum Spektakel nachzugeben. Pallasvuos Performance künstlerischer Entfremdung findet ihr Gegenüber in Ugavules Erkundung digitaler Indigenität, wobei sich beide dem Problem der Authentizität aus entgegengesetzten Richtungen nähern. Alle hier versammelten Texte legen nahe, dass Aufnehmen und Senden – sei es über soziale Medien, Streaming-Plattformen oder Reality-TV (selbst wenn soziale Medien das primäre Übertragungsmittel sind) – als Instrument für echte Verbindungen und politisches Handeln zurückgewonnen werden können. Sie zeigen uns, wie sich traditionelle Wissenssysteme anpassen, um in einer Aufmerksamkeitsökonomie zu überleben, ohne dass sie ihre Macht preisgeben. Sie zeigen uns auch, wie Künstler:innen im endlosen kommerziellen Cringe neue Sprachen des Widerstands entwickeln und wie wir mit den Werkzeugen, die unsere Bedeutungen aushöhlen, diese Räume ebenso mit etwas Realem füllen können.

Von Sus Analyse der Staudamm-Infrastrukturen bis zu McGlottens Computerhexerei, von Jaars akustischem Spuk bis zu den transinstrumentalen Performances der sekulićs erkennen diese Texte an, dass wir in ein Zeitalter eingetreten sind, in dem die politische Realität auf formbare Inhalte reduziert wurde, in denen Traumata vermarktet werden und Revolutionen mit Katzenvideos konkurrieren müssen. Sie legen nahe, dass unser Überleben vielleicht nicht nur davon abhängt, was wir bewahren, sondern auch davon, wie gut wir unseren Widerstand darstellen oder performen: in Badezimmern, die zu Bühnen werden, in Schlafzimmern, die zu Studios werden, in Krematorien, die zu Servern werden und unsere digitalen Überreste beherbergen.

Die hier versammelten Arbeiten kartieren die psychologischen Territorien unserer Content-Apokalypse, in der echtes politisches Handeln nicht möglich scheint, aber trotz Zensur, Deplattforming und Silencing irgendwie fortbesteht. In den Räumen zwischen den Bildschirmen entstehen neue Formen der Solidarität. In den Kommentarbereichen bilden sich Communitys. Auf Signal wird in Gruppenchats Widerstand organisiert. Die Content-Leere selbst wird zu einem Raum für aufbegehrende Bedeutung.

Die Texte berichten sowohl von unserer Begeisterung für als auch von unserem Widerstand gegen Computersysteme, die uns zugleich verbinden und isolieren. Sie dokumentieren, wie Social-Media-Plattformen, Interessengruppen und Regierungen authentische Erfahrungen in performatives Spektakel konvertieren, aber auch, wie Nutzer:innen diese Plattformen subversiv für echte Verbindung und Unterstützung einsetzen. Sie enthüllen, wie die Erstellung von Inhalten zu einer spirituellen Praxis wird, wenn sie von den Metriken abgekoppelt und auf Gemeinschaftsbildung hin ausgerichtet wird. Vielleicht ist das der Grund, warum die Texte immer wieder auf die Weisheit traditioneller Wissenssysteme zurückkommen – nicht als bewahrenswerte Relikte, sondern als lebendige Ratgeber für die Bewältigung unserer aktuellen Krise. Sie weisen darauf hin, dass unser Überleben von unserer Fähigkeit abhängen könnte, ältere und andere Wissensformen mithilfe neuer Übertragungsweisen fruchtbar zu machen, um entleerten Content mit zeitgenössischer Substanz zu füllen.

Schließlich fordern uns diese Arbeiten auch auf, darüber nachzudenken, wie wichtig es ist, Widerstand zu archivieren, wenn das Archiv selbst zu Content geworden ist. Beim Herumgeistern in den hybriden Räumen, die analog und digital, authentisch und performativ, isoliert und verbunden sind, finden wir neue Formen der Gemeinschaft mit unseren technologischen Geistern, selbst wenn sie komprimiert, optimiert und uns als Content serviert werden.

Die Autor:innen und Künstler:innen zeigen uns, wie man das Hohle aushöhlt und wie man in den Content-Strömen Räume herstellt, in denen echte Bedeutung aufblüht. Sie lehren uns, die Werkzeuge der Herrschenden zu benutzen, nicht um das Haus der Herrschenden niederzureißen, sondern um darin geheime Räume zu bauen, in denen die Revolution aufkeimen kann. Sie erinnern uns daran, dass, auch wenn Content alles verschlingt, wir immer noch die Macht haben, zu dokumentieren, was geschieht. Es bleibt uns immer noch die Möglichkeit, strategisch zu konsumieren und zu schaffen. Wir haben immer noch Zeit, Beweise zu sammeln.

In diesen Texten finden wir Karten, die uns helfen, die Flut zu navigieren und Archen der Bedeutung in einem Meer leerer Begriffe zu bauen. Wir werden alle Content – aber vielleicht liegen gerade in diesen Verwandlungen die Samen unserer Befreiung.

Berlin, Januar 2025.

  1. 1
    Wenn wir schon so detailverliebt sind, sollten wir einräumen, dass früher Tweet auf Twitter genannt wurde, was heute Post auf X heißt.
To cite this text:
Hunchuck, Elise Misao. “Editor’s Note on Content” transmediale journal issue #7: Content (January 2025), edited by Elise Misao Hunchuck. https://transmediale.de/en/journal/editors-note-on-content .
CC BY-NC-SA