| Tagline: | internationales medienkunstfestival berlin |
|---|---|
| Venues: | Haus der Kulturen der Welt (HKW) |
| Date: | 31.01 – 04.2.2004 |
| Organisation: | Berliner Kulturveranstaltungs-GmbH |
| Website: | https://pastwebsites.transmediale.de/04/page/home.0.1.html |
FLY UTOPIA! beschäftigte sich zum Einen mit dem hoffnungsvollen Versprechen der unendlichen Möglichkeiten des Medienzeitalters und zum Anderen mit der unvermeidbaren Hoffnungslosigkeit der technologisierten, entkulturalisierten Gesellschaft, zerrissen durch Machtansprüche und globale Konflikte. Die Grenzen zwischen erträumter Utopie und realer Dystopie verwischen, werden unkenntlich: FLY UTOPIA! rief daher dazu auf, den vorhanden Pessimismus zu überwinden und das utopische Potenzial der heutigen Zeit wiederzuentdecken.
festivalthema
Die transmediale 04 lädt ein zu einem Ausflug in die Utopien einer medial und technologisch geprägten Zeit.
THERE IS HOPE.
Die Ideologien des 20. Jahrhunderts und die Illusion einer perfekten Welt sind passé. Die moderne Technologie hat den Nimbus des Allheilmittels verloren, stattdessen wird ihr Potenzial für die Entfaltung kreativen Handelns und menschlicher Gemeinschaft erkundet.
Künstlerinnen und Künstler wenden sich der Gestaltung und Reflexion der Informationsgesellschaft zu – den tatsächlichen wie auch den zahlreichen hypothetischen Gesellschaften des digitalen Zeitalters.
Der Einförmigkeit einer standardisierten globalen Medienzone steht eine heterogene Vielfalt von kompetenten Nutzern und Produzenten gegenüber, die sich die digitalen Technologien nach ihren eigenen kulturellen Bedürfnissen aneignen.
THERE IS NO HOPE.
Die modernen Ideale wandeln sich am Anfang des 21. Jahrhunderts in das hässliche Zerrbild einer von globalen Konflikten und Machtansprüchen zerrissenen Welt.
Im Zeichen technologischen Fortschritts entstehen perfektionierte Kontrollgesellschaften, die auf irrationale Weise ihre kulturellen und natürlichen Lebensgrundlagen zerstören.
Dieser unvermeidlichen Wirklichkeit ist nur noch durch den Entwurf imaginärer Orte zu entkommen. Ob als mythische Vergangenheiten, als irreale Parallelwelten oder als phantastische Science-Fiction-Zukunft – diese Entwürfe sind Flucht- und Transportmittel einer Imagination, die sich über die Grenzen der Realität zu erheben sucht.
FLY UTOPIA!
Vorwort zum Festivalkatalog
Die transmediale erlebt in diesem Jahr ihre 17. Ausgabe. 1988 als VideoFest gegründet, präsentiert das Festival auch 2004 wieder einen umfassenden Überblick über aktuelle Tendenzen der internationalen Medienkunst. Thematisch wendet es sich – nach den Erkundungen von digitaler “Do It Yourself”-Kultur (2001), neuen medialen Öffentlichkeiten (2002) und künstlerischen Strategien für das globale Spiel (2003) – nun den Utopien einer an Optimismus so armen Zeit zu. Das Festival zeigt positive und negative Visionen, die von Künstlerinnen und Künstlern auf der ganzen Welt entworfen werden. Schon die Fähigkeit, überhaupt über den engen Rahmen des scheinbar Unveränderbaren hinaus zu denken, birgt heute utopisches Potenzial.
Im kommenden Festivaljahr 2005 stehen wichtige Neuerungen an. Die Aufnahme der transmediale in ein mehrjähriges Förderprogramm der Kulturstiftung des Bundes bedeutet Planungssicherheit bis 2009 und eine finanzielle Basis für eine Medienkunstausstellung mit interaktiven Installationen, die nun mindestens alle zwei Jahre realisiert werden kann. Dieser erfreulichen Nachricht steht ein großer Verlust gegenüber: Im Februar 2003 verstarb überraschend der langjährige Leiter und Mitgründer des Festivals, Micky Kwella, an den wir dieses Jahr mit einer Buchpublikation und einer ihm gewidmeten Veranstaltung erinnern wollen.
Für die großzügige Förderung der transmediale.04 danken wir dem Hauptstadtkulturfonds und dem Fonds Soziokultur sowie unseren Programmpartnern: der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Forum Goethe-Institut. Besonderer Dank gilt dem scheidenden Geschäftsführer unseres Trägers, der Berliner Kulturveranstaltungs-GmbH, Wilhelm Großmann, der die transmediale jahrelang aktiv begleitet hat. Wichtigster Partner des Festivals, mit dem uns inhaltlich und praktisch eine enge Kooperation verbindet, ist nun schon zum dritten Mal das Haus der Kulturen der Welt, dessen Intendant Hans-Georg Knopp die transmediale engagiert unterstützt. Besonders dankbar sind wir unseren Sponsoren, vor allem AVM Computersysteme, Avid Technologies, Art+Com e.V., das werk novalisstrasse/luxoom, Fork Unstable Media, Heimat und IN-Berlin, sowie den zahlreichen Botschaften und Kulturinstituten, ohne deren Hilfe das Festival in dieser Form nicht möglich wäre.
Sie machen unseren Optimismus möglich: FLY UTOPIA!
Andreas Broeckmann Susanne Jaschko
Hierzu untersuchte die Konferenz die Überreste vergangener, zerbröselter Utopien und erkundete das Potenzial heutiger Utopien in künstlerischen, politischen und naturwissenschaftlichen Zusammenhängen. Die transmediale.04 Ausstellung zeigte einerseits Arbeiten, die sich mit Visionen einer besseren Zukunft auseinander setzten aber ebenso ließen sich verloren gegangene, gescheiterte soziale Dystopien in verschiedenartiger künstlerischer Praxis finden. Passend zum visionären Charakter der Ausstellung fiel das Jurystatement aus: Das Bild als Ereignis des Augenblicks wurde vielseitig unterschätzt; hat doch auch ein Bild, das im Allgemeinen für das Statische schlechthin steht, eine imaginäre, wenn nicht visionäre, immer aber doch das Zeitliche überbietende Bewegung in sich. Als Bilder verkleidet fliegt eine Utopie der Zukunft davon ins Zeitlose.
Image Award
Die Image-Jury, bestehend aus Nancy Adajania, Timothy Druckrey und Shaheen Merali, sah sich einer Vielzahl von Werken gegenüber, die die Einzigartigkeit des Augenblicks in Formen zerschmetterten, die sich einer einfachen Kategorisierung entzogen. Tatsächlich gab es kein einziges Bild zu sehen. Vielmehr zeigte der Jurierungsprozess überzeugend, dass die porösen Grenzen in den Kategorisierungen der „Medienkunst” ebenso sehr eine Anerkennung der Zweckmäßigkeit sind wie ein Eingeständnis der schwer fassbaren Nachwirkungen einer anderen Zeit. Beim Betrachten und Bearbeiten von Hunderten von Werken wurde deutlich, dass wir sowohl vom Konzept des „Bildes” fasziniert als auch von seinen Transformationen beeindruckt sind.
Interaction Award
Die Jury, bestehend aus Tapio Mäkelä, Fiona Raby und Yvonne Wilhelm, erklärte, dass interaktive Kunst sich über frühe Wiederholungen und eine hastige Suche nach Schnittstellen hinaus entwickelt habe und an Konzept gewonnen habe, ohne sich den Verlockungen der Technologie zu sehr hinzugeben. Im diesjährigen Wettbewerb wurden über 200 Werke in der Kategorie „Interaktion” eingereicht, aber nur zwei Drittel davon waren interaktive Werke im ursprünglichen Sinne. Die diesjährige Jury nominierte drei Werke für den Interaktionspreis und verlieh drei weiteren eine lobende Erwähnung.
Software Art Award
Die von der Jury (Geoff Cox, Casey Reas und Kate Rich) hervorgehobenen Werke spiegelten das Interesse an sozialem Handeln durch aktive Beteiligung wider und repräsentierten eine erweiterte Sichtweise dessen, was „Software”, „Kunst” und „Software-Kunst” ausmacht. In gewisser Weise veranschaulichten die nominierten Werke den Slogan des Festivals „fly utopia“ und waren nicht nur kritisch, sozial und spekulativ, sondern ihrer Ansicht nach auch produktiv, indem sie ein Programm/eine Aktionsplattform boten.
Werkleitz-Preis
Die transmediale freute sich auch, diesen Preis für ein herausragendes Medienkunstwerk zu vergeben, das sich kritisch mit sozialen Prozessen auseinandersetzt. Berücksichtigt wurden alle Produktionen, die bei der transmediale.04 in den Bereichen Interaktion, Bild und Software eingereicht wurden.
transmediale.04 FLY UTOPIA setzte sich mit der Hoffnungslosigkeit einer vollständig technologisierten, entkulturalisierten Gesellschaft, zerrissen durch globale Konflikte, auseinander. Der Festivalkatalog enthält umfassende Informationen zu allen im Rahmen der transmediale.04 FLY UTOPIA! stattfindenden Veranstaltungen sowie gezeigten Werke.
Video, Computer und Internet haben diese Utopie einer progressiven technischen Kultur in den letzten Jahrzehnten neu aufleben lassen. Die Bandbreite versammelten Texte spüren einer solchen Arbeit mit Medien zwischen Kunst und Politik nach.
Team
Andreas Broeckmann Artistic Director, Susanne Jaschko Curator & Deputy Director, Thomas Munz Editor & Video Curator, Silvia Keller Festival Coordination, Annette Schäfer Press & PR, Achim Müller Funding & Sponsoring, Anne Greuling Coordination PR & Print, Stefan Riekeles Festival Program, Coordination Workspace, Jessica Fung, Katarina Zivanovic Program Support, Shaheen Merali & HKW Visual Arts Dept. Curatorial Advice, Emilie Bujès Screening Program Assistant, Sebastian Bodirsky Exhibition Assistant, Ingo Hager Festival Program Assistant, Matei Bellu Assistant Editor Assistant, Gudrun Herz Press Assistant Assistant, Magdalena Rothweiler Festival Coordination Assistant, Doris Hegner Coordination TM-HKW, serve-u, Phillip Sünderhauf, Andreas Buchholz Technical Directors, Katrin Gausepohl Assistant to the Technical Director, Maaskant/Ruth M. Lorenz Interior Festival Design, Heimat/Andreas Mengele, Proff Design/Anne-Lene Proff Cl and Print Design, Anne-Lene Proff, Britta Petermeyer Program Booklet Design, Fork Unstable Media, David Linderman, Nancy Bachmann Web Design, das werk novalisstrasse/luxoom, Marcel Pelzer Video Trailer
Advisory Board Alex Adriaansens, Anne-Marie Duguet, John Hanhardt, Wulf Herzogenrath, Joachim Sauter, Yukiko Shikata
Support
gerfördert durch: Hauptstadt Kulturfonds, HKW, Bundeszentrale für politische Bildung, Fonds Soziokultur,
Sponsoren: Das Werk Novalistr, Luxoom, Fritz, 4RK
Medienpartern: arte tv, radioeins, die tageszeitung, Zitty Berlin
Partnern: Avid Technologies, BTL, Holsten Brauerei, IN -Berlin, ART+COM, Vitrapoint Arte Interior Objekteinrichtung GmbH, vier C, NIKON, Auswärtiges Amt, Werkleitz Gesellschaft e. V., Kunsthochschule für Medien Köln, Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Kulturbüro Québec, Botschaft von Kanada, Botschaft der USA, Kgl. Norwegische Botschaft, The British Council, Österreichisches Kulturforum, Botschaft von Spanien, & España: Acción Cultural en el exterior, Botschaft des Königreichs der Niederlande, Botschaft von Finnland
Support: fubac, Italienische Botschaft K ulturabteilung, Botschaft des Staates Israel, Slowakisches Institut, Schwedische Botschaft, Botschaft von Frankreich, The Danish Arts Agency The Visual Art Centre, Gustav Mesmer Stiftung








