VideoFest '90
Tagline: Arbeiten zwischen Videokunst und -dokumentation
Venues: Akademie der Künste, MedienOperativ
Date: 09.02 – 20.02.1990
Organisation: MedienOperative

Schon nach kurzer Zeit hatte sich das VideoFest zu einem der wichtigsten internationalen Video-Festivals entwickelt. Das VideoFest ‘90 präsentierte Arbeiten zwischen Videokunst und -dokumentation; Anspruch war es, videospezifische Umsetzungen dokumentarischer Produktionen herauszustellen. Daher fiel die Wahl für den „Artist in Residence“ auf Paul Garrin, der mit seinen vielseitigen Beiträgen die Auseinandersetzung um eine „Videosprache“ forcieren wird.

Vorwort zum Festivalkatalog

Die Medienoperative veranstaltet zum 3. Mal das internationale VideoFest. Der Erfolg der letzten Jahre hat sich inzwischen herumgesprochen: aus 36 Ländern kamen Anmeldungen; mehr noch als im letzten Jahr wollen Videoschaffende und Vertreter von Videokultur-Institutionen diesmal direkt dabei sein. Das VideoFest ist innerhalb kurzer Zeit zu einem der bedeutensten internationalen Videofestivals geworden.

In diesem Jahr präsentiert das Programm Arbeiten zwischen Videokunst und -Dokumentation; Anspruch ist, videospezifische Umsetzungen dokumentarischer Produktionen herauszustellen. Daher fiel die Wahl für den „Artist in Residence“ auf Paul Garrin, der mit seinen vielseitigen Beiträgen die Auseinandersetzung um eine „Videosprache“ forcieren wird.

Das Programm offeriert einige Schwerpunkte, denen ganze Tage gewidmet sind:

USA (Samstag, 10.2.) – Traditionell eines der führenden Länder der Videokultur, gehören die ausgewählten Produktionen wieder mit zu den formal und inhaltlich spannendsten Angeboten des VideoFests. Sarkastische und ungewöhnliche Blicke auf „typisch“ Amerikanisches, subjektive Berichte, sensible Dokumentationen, Experimentelles.

DDR (Sonntag, 11.2.) – Einblicke in das bisher kaum bekannte Videoschaffen der DDR ermöglichen zwei Videowerkstätten, darüber hinaus wird der neue Stil des Jugendfernsehens präsentiert. Ein sich anschließendes Podium von Programmachern aus West und Ost lässt einen kritischen Blick auf die Medienmoral auch hierzulande erwarten.

Frankreich (Samstag, 17.2.) – Eine spannende Entdeckung in diesem Jahr sind die lyrischen und avancierten Produktionen des Nachbarlandes. Besonders eindrucksvoll verbindet sich dort Video mit Tanz, Malerei und Theater.

Der Grenzüberschreitung zu anderen Künsten sind auch einige Blöcke des Hauptprogramms gewidmet. Die Visualisierung klassischer Musik wird wohl ebenso Diskussionen hervorrufen wie die „Videochoreografien“ französischer und kanadischer Künstler oder die Weiterentwicklung der Malerei mit elektronischen Mitteln.

Gleichzeitig offeriert das VideoFest in seiner Vielfalt einen aktuellen Überblick über das internationale Videoschaffen des letzten Jahres, mit allen Facetten aus Videokunst, Experiment und Dokumentation. Bei der Auswahl hatte die Jury regaleweise Bänder zu sichten. Eine wesentliche und oftmals enervierende Arbeit bestand darin, die Menge der konzeptionsarmen, auf technische Spielereien angelegten Videos von den ernstzunehmenden Produktionen zu trennen. Dennoch kann nicht alles gezeigt werden, was sehenswert gewesen wäre, auch weil genügend Raum für Erfahrungsaustausch und Diskussion bleiben soll.

Wir danken allen Mitarbeitern des VideoFests 90, weil sie dazu beigetragen haben, die immer noch dünne Finanzdecke durch engagierte Arbeit auszugleichen. Wir sind aber auch darüber erfreut, dass die Stiftung Deutsche Klassenlotterie mit ihrer Förderung ein Zeichen gesetzt hat für die Bemühungen, das VideoFest langfristig finanziell abzusichern.

Hartmut Horst, Micky Kwella

  1. Crossover USA programme

    VideoFest 1990 catalogue scan

  2. Lei Can Fly, Lei Cox, 1988

    GB, 2 min

  3. Stills from the Arsenal programme

    VideoFest 1990 catalogue scan

Programmübersicht

Das Programm des VideoFest '90s ist in verschiedene Bereiche gegliedert: Inforeihe, Hauptprogramm, Sonderprogramme ( länderspezifisch oder themenspezifisch ausgewählt), Arsenal-Videoprogramms, und Nightflight, hier zeigen wir spezielle Programme, meist längere Produktionen, die thematisch und formal spannend sind, aber den Kriterien des Hauptprogramms nicht voll entsprechen. Das Programm offeriert einige Schwerpunkte, denen ganze Tage gewidmet sind: den USA, DDR, Frankreich. Gleichzeitig offeriert das VideoFest in seiner Vielfalt einen aktuellen Überblick über das internationale Videoschaffen des letzten Jahres, mit allen Facetten aus Videokunst, Experiment und Dokumentation.

Festivalpublikationen

Der Festivalkatalog enthält umfassende Informationen zu allen im Rahmen des VideoFest '90 gezeigten Film- und Videoarbeiten. Mit Hilfe des enthaltenen Programmplans lässt sich die komplette Festivalstruktur rekonstruieren.

Team

Artistic Direction Micky Kwella, Hartmut Horst, Reinhold Reitschuster Artist-in-Residence Paul Garrin Program Micky Kwella Business Management Reinhold Reitschuster Secretariat Silke Lütke Communications Rudolf Frieling, Hartmut Horst Installations Rudolf Frieling Office Management Clemens Koch, Cäcilia Krämer, Vera Ritter Archive Knut Gerwers Technical Support Matthias Behrens, Klaus Freudigmann Screening Clemens Koch Equipment VideoVox, SABA, Schaulandt, PIK Program Jury Knut Gerwers, Hartmut Horst, Micky Kwella

Support

Wir möchten uns bei den folgenden Unternehmen, Personen und Institutionen für ihre Unterstützung bedanken: Akademie der Künste, Berlin-West Amerika Haus Cinemateca del Ministeno de A.A.E.Espana Institut Francais, Berlin internationales forum des jungen Films British Council Druckhaus Schlaeger/Peine Geyer-Video JVC Professional Mitsubishi Electric Europe Pandasoft Gate Saba Schaulandt GmbH TWA— VIDEO1/5X AV-PRODUKTIONEN Mohamed Amrani, Festival St. Herblain (F) Armin Brunner, DRS Schweizer Fernsehen Heiko Daxl, Europäisches Medienkunstfestival Osnabrück Steve Gallagher, New York Foundation for the Arts Klaus Schmutzer, Leipziger Dok-Film-Woche Isabelle Seigneur, Festival Monbeliard

gefördert durch die Stiftung: Deutsche Klassenlotterie Berlin

Participants