mit AM Kanngieser, சிந்துஜன் வரதராஜா (Sinthujan Varatharajah)
Moderiert von Elise Misao Hunchuck
Die Klimakrise, ein Ausdruck kolonial-kapitalistischer Gewalt, verschärft sich in Echtzeit. Auch wenn diese Veränderungen gerade jetzt immer häufiger auftreten sind die an den Küsten der Ozeane lebenden Gemeinschaften schon seit langem gezwungen, mit sich verändernden Ökosystemen zurechtkommen. Für diejenigen, die nicht an der sogenannten Frontlinie stehen, wird die Klimakrise anders gesehen und erlebt, oft vermittelt durch soziale Netzwerke. Katastrophen werden zu Spektakeln, die über Plattformen gepostet werden, zu Inhalten, die in bestehende Erzählungen eingefügt werden, und manchmal auch zu Beweisen, die vor Gericht präsentiert und untersucht werden.
AM Kanngieser und சிந்துஜன் வரதராஜா (Sinthujan Varatharajah) blicken direkt in den Raum zwischen Erleben und Darstellen des Klimawandels und untersuchen die Auslöschung der Ursachen und Gründe für den sich entfaltenden Ökozid an den Frontlinien. Um zu untersuchen, wie Bilder, Ideen, Projektionen - ja sogar Fantasien - der Klimakrise genutzt und angepasst werden, um die Verantwortung für Klimakrisen von globalen Gewaltsystemen auf Akte individueller moralischer Güte zu verschieben richten sie in Oceanic Refractions ihren Blick auf die Sichtbarkeit von Katastrophen und die Anziehungskraft von Umweltinhalten.
Oceanic Refractions (AM Kanngieser (AU/DE), KMRU (KE/DE), Laisiasa Dave Lavaki (FJ), Mere Nailatikau (FJ) und Tumeli Tuqota (FJ)) ist eine immersive Installation, die in der silent green Kuppelhalle zu sehen ist und Aussagen von Ältesten aus Fidschi, i-Kiribati und Papua-Neuguinea über Verwandtschaft, Selbstbestimmung und Fürsorge im Angesicht des globalen Ökozids zeigt. Oceanic Refractions ist eine Koproduktion des CTM Festivals und der transmediale, gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds, Creative Australia und mit Unterstützung der Europäischen Kommission.

