Diese Laborversion der Performance Sonic Grid überführt die performative Installation in ein ortsspezifisches Experiment des tiefen Zuhörens und der Wahrnehmung. Sie operiert über ein stereophones Soundsystem, ohne Licht oder visuelle Elemente, sodass Sound allein zur primären räumlichen und kognitiven Orientierung wird. Das Labor schlägt eine Reihe angeleiteter Hörsessions vor, in denen Teilnehmende Sound als Werkzeug zur Kartierung ihrer eigenen inneren Landschaft erkunden.
Sound ist hier kein Untersuchungsgegenstand, sondern ein Medium der Navigation – ein lebendiges Feld, durch das sich Aufmerksamkeit bewegt, ausdehnt und in sich selbst zurückfaltet. Das Sound-Setup fungiert als minimalistischer sonischer Kompass, in dem Richtung, Intensität und Textur zu Koordinaten eines geteilten mentalen Territoriums werden. Die Teilnehmenden sind eingeladen zu hören, zu treiben und zu dokumentieren – indem sie die wahrgenommenen räumlichen und emotionalen Verschiebungen in visuelle oder textuelle Karten übersetzen. Jede Hörsession wird so zu einer Mikro-Kartografie des Bewusstseins: ein Protokoll dessen, wie der Geist reist, wenn er von Vibration, Resonanz und Stille geleitet wird.