“In case you hadn’t noticed, these days a lot of the world is in some form of rebellion, insurrection, or protest,” wrote Rebecca Solnit in 2012, a year after a barrage of movements symbolically grouped around the Arab Spring erupted. These “post-2011” events challenged the sometimes simplistic narratives of the “post-911” world. What linked the events in this cycle of struggles was not organizational coherence but rather a shared global sentiment mediated by a new form of global sensorium. Social energies headed “back to the streets,” bringing up questions about the consequences of physical exposure, organization, strategy, fragmentation, and violence. New media became double-edged weapons, used for and against emancipation. While after 2011 there were some attempts to decipher these “signs from the future,” as Žižek has put it, now in 2015 it seems that the “global moment” has ended. It’s time for a reflective turn, looking into dim corners and listening to the subterranean echoes of what’s happened. And looking ahead.

Supported by Friedrich-Ebert-Stiftung.

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„Falls es noch nicht registriert wurde: die Welt ist gerade fast überall in irgendeiner Form dabei, zu rebellieren, sich aufzulehnen oder zu protestieren“, schrieb Rebecca Solnit 2012 – ein Jahr, nach einer Serie von Bewegungen, die sich nach 2011 symbolisch um den Arabischen Frühling herum anordnen lassen. Diese „Post-2011“-Welle von politischen Bewegungen stellte holzschnittartige „Post-9/11“-Narrative rund um den „War on Terror“ infrage. Was Ereignisse in diesem Zyklus von Kämpfen miteinander verband, war nicht primär der organisatorische Zusammenhang, sondern eher ein neues globales Sensorium gegenseitiger Wahrnehmung. Gesellschaftliche Energien ergossen sich erneut auf Straßen und Plätze. In dieser unmittelbaren „post-digitalen“ Auseinandersetzung stellten sich Fragen nach physischer Gefährdung und Gewalt, und inmitten der Fragmentierung auch – alte wie neue – nach Organisation und Strategie. Medien wurden dabei zu zweischneidigen Waffen im Einsatz für wie auch gegen Emanzipation. Wollte unmittelbar nach 2011 Žižek die „Zeichen aus der Zukunft“ noch entschlüsseln, scheint dieser „globale Moment” nun bereits passé. Eine kritische Rückschau – auch in düstere Ecken dieser kollektiven aber verstreuten Erfahrung – scheint nötig, um wieder nach vorne schauen zu können.

Mit Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung.