• Screening
  • Haus der Kulturen der Welt (HKW) / Safi Faye Saal
a right of reply
IRL / presential

Der Philosoph Jacques Rancière definiert „Distanz“ als notwendige Voraussetzung für jede Kommunikation und argumentiert, dass es der Raum zwischen zwei Positionen ist, der den Boden für einen Austausch schafft. In der Beziehung zwischen Betrachter:in und Bild kann Distanz eine Form der Gegenseitigkeit etablieren, die dem/der Zuschauenden ein „Recht auf Antwort“ ermöglicht.

In diesem Programm erkundet eine Sammlung von Essayfilmen die produktiven Möglichkeiten der Distanz zwischen uns und den Bildschirmen unserer Geräte. (1) Johannes Binottos Kurzfilm Practices of Viewing: Distance ist eine Meditation über die Verschiebung von Distanzen; wenn Inhalte zwischen Formaten und Geräten migrieren. Dabei werden wir und unsere Körper auf unterschiedliche Weise einbezogen, wodurch sich neue Bedeutungen entfalten können. (2) Innerhalb weniger Jahre hat der Gaming-Stuhl die Schlafzimmer von Gamer:innen und Content Creators erobert. Fasziniert von diesem Objekt – halb Bürostuhl, halb Autositz – untersucht Bailleuls The Look for Sit Down, wie der Gaming-Stuhl uns entkörperlicht, indem er den Körper in einer beruhigenden Umarmung hält, sodass wir das Bildschirmbild bewohnen können. (3) Zum Abschluss des Programms erforscht Lého Galibert-Laînés I Would Like to Rage die Performativität von Wut im digitalen Raum und stellt die Frage: Was ist ein authentischer Ausdruck von Zorn? Im Finale des Films steht Lého im Rahmen eines projizierten Bildes und reperformt wütende Gesten, um zu hinterfragen, ob diese Form des verkörperten Betrachtens das Affektgefühl von Rage hervorrufen kann.