Here is the Imagination of the Black Radical, 2020
Film, 16 mm und digital; 10'05"
Afrofuturismus wird von den Menschen auf den Bahamas durch den Junkanoo weitergegeben, der eine Form des Karnevals auf den Bahamas ist. Ursprünglich von versklavten Menschen gefeiert, die nur den ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag (Boxing Day) frei bekamen, kann Junkanoo als eine Form des Widerstands betrachtet werden. Wir folgen den Shell Saxon Superstars, einer Gruppe von 1.500 Menschen, die sich auf spektakuläre Weise zusammenfinden, um ein politisches Thema sichtbar zu machen, Nationalstolz zu demonstrieren oder andere Länder performativ zu porträtieren. Wir besuchen die Hütten, in denen die Kostüme hergestellt werden, beobachten die Handwerkskunst sowie die Hingabe, die notwendig ist, um die Parade zu gewinnen und damit das Recht – ‘bragging right’ – zu erlangen, stolz sein zu können.
Die 16-mm-Filmbilder und ein mehrspuriger Soundtrack bringen Samples und analoge Klänge zusammen, die auch Rauschen und Funkgeräusche umfassen, um eine scheinbar verständliche Botschaft zu verschleiern. Zu oft wird Space is the Place von Sun Ra lediglich als Referenz auf die Raumfahrt gesehen, während seine Behauptung der Macht Schwarzer Kultur einfach unterschlagen wird. Aktuelle Klänge aus der Raumfahrt – Klänge, die normalerweise Kometen oder Raumfahrttechnik wie den Mars Rover repräsentieren – werden zusammengeschnitten mit Interviews der Band Saxons. So macht die Arbeit in der Bevölkerung der Bahamas eine Wurzel der afrofuturistischen Ästhetik aus.
Rhea Storr ist experimentelle Filmemacherin, die sich mit der Repräsentation Schwarzer und mixed-raced Kulturen beschäftigt. Die Maskerade als Ort des Protests sowie die Auswirkungen von Lokalität auf kulturelle Repräsentation bilden das thematische Zentrum ihrer Arbeiten. Sie leitet das 16-mm-Filmlabor bei not/nowhere in London.

