In 1986, Aldona lost her vision. The nerves in her eyes were poisoned, said the doctors, who claimed that this probably happened due to the Chernobyl Nuclear Power Plant explosion. In the film, Emilija Škarnulytė follows Aldona, her grandmother, on her daily journey to Grūtas Park, a sculpture garden of Soviet-era statues and relics near Druskininkai in the southwest of Lithuania. By reading the wrinkled surfaces of the monumental sculptures with her hands, she touches both the past and the present: a gesture of forgiving and tenderness. The blind seer is an old archetype. They are blind, but yet they can see more than we can.
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Im Jahr 1986 verlor Aldona ihr Augenlicht. Die Nerven in ihren Augen seien vergiftet worden, sagten die Ärzte – und behaupteten, dass dies wahrscheinlich auf die Explosion des Kernkraftwerks Tschernobyl zurückzuführen sei. In dem Film folgt Emilija Škarnulytė ihrer Großmutter Aldona auf ihrem täglichen Gang in den Grūtas-Park, einem Skulpturengarten mit Statuen und Relikten aus der Sowjetzeit in der Nähe von Druskininkai im Südwesten Litauens. Indem sie die faltigen Oberflächen der Monumentalskulpturen mit ihren Händen liest, berührt sie sowohl die Vergangenheit als auch die Gegenwart: eine Geste des Verzeihens und der Zärtlichkeit. Die*Der blinde Seher*in ist ein alter Archetyp. Sie sind blind, können aber mehr sehen als wir.
