Passivity, isolation, escapism—there is a long list of negative effects attributed to social media. Now aware of the extensive data abuse, automated opinion manipulation, and unrestrained marketing strategies, many people seem to have lost confidence in digital technologies and online services—although this knowledge does not usually lead to the abandonment of Google searches, Facebook accounts or Apple products. In which ways does this relate to the potential of digital networks as means of emancipation and counter-information, or the ability of virtual realities to create a space for friendship and cohesion? Referencing video artworks from the 1990s and their critical examination of television, Alter Media depicts a broad spectrum of lived experiences with hegemonic media spheres of our time, which differ vastly in places such as Brazil, Kenya, or the Ukraine.
...Passivität, Vereinzelung, Realitätsflucht – die Liste der negativen Seiten, die den sozialen Medien zugeschrieben werden, ist lang. Im Wissen um Datenmissbrauch, automatisierte Meinungsmanipulation und hemmungslose Vermarktungsstrategien scheint für viele das Vertrauen in die digitalen Technologien und Onlinedienste verloren gegangen zu sein, auch wenn das gewöhnlich nicht zum Verzicht auf Google-Suche, Facebook-Account oder Apple-Produkte führt. Wie verhält sich hierzu das Potenzial digitaler Netze, ein Mittel der Emanzipation und Gegeninformation zu sein, oder die Fähigkeit virtueller Realitäten, einen Raum für Freundschaften und Zusammenhalt zu schaffen? Im Rückbezug auf videokünstlerische Arbeiten der 1990er Jahre und deren kritische Betrachtung des Fernsehens zeigt Alter Media ein breites Spektrum gelebter Erfahrungen im Umgang mit den hegemonialen Mediensphären unserer Zeit, welche sich an Orten wie Brasilien, Kenia oder der Ukraine höchst unterschiedlich darstellen.