In most discussions of values, a certain “we” is named or implied, referring to a social, economic, and cultural context. A “we” is appropriated by populist politicians, who point to the “values” of nations, regions, and cultures. But a “we” is also used by groups, movements, and populations who claim visibility, rights, and representation. As politics fail, nationalist ideologies gain traction, and segregative tendencies multiply, an urge for a new, different “we” becomes apparent, one that forces us to step outside our comfort zones and move beyond known, artificially constructed borders. But how feasible is it to think and act collectively on a transnational and transcultural level? Bringing together different positions, practices, and strategies, the discussion will revisit the role of identities, differences, and territories, and examine the potential of a politics based on interrelationship and care.
...In den meisten Diskussionen über Werte wird in Bezug auf soziale, ökonomische und kulturelle Kontexe ein bestimmtes „Wir“ genannt oder impliziert. Ein „Wir“ wird zudem von populistischen Politiker_innen vereinnahmt, die auf die „Werte“ von Nationen, Regionen und Kulturen hinweisen. Ein „Wir“ wird jedoch auch von Gruppen, Bewegungen und Bevölkerungen genutzt, die Sichtbarkeit, Rechte und Repräsentation fordern. In einer Zeit, in der die Politik versagt, nationalistische Ideologien vermehrt Fuß fassen und ausgrenzende Tendenzen zunehmen, tritt das Verlangen nach einem neuen „Wir“ immer deutlicher zutage – einem „Wir“, das uns dazu zwingt, unsere Komfortzonen zu verlassen und uns über bekannte, konstruierte Grenzen hinauszubewegen. Aber wie realistisch ist kollektives Denken und Handeln auf transnationaler und -kultureller Ebene? Die Diskussion bringt unterschiedliche Positionen, Praxen und Strategien zusammen und überdenkt dabei die Rollen von Identität, Differenzen und Territorien; sie ergründet das Potenzial einer Politik, die auf Zwischenmenschlichkeit und Fürsorge basiert.