Die Ausstellung fragile currents entfaltet sich um die Idee der Fragilität, die unsere gegenwärtige Zeit durchzieht: instabile Infrastrukturen, technologische Asymmetrien, ungleiche Abhängigkeiten und verletzliche Körper. Fragilität als Bedingung von Interdependenz zu akzeptieren, eröffnet die Möglichkeit, Gegeninfrastrukturen aufzubauen. Im Zentrum von fragile currents steht die Idee, Spannung zu halten: zwischen Ausbeutung und Widerstand, Asymmetrie und Kooperation. Ähnlich wie bei einem elektrischen Strom, bei dem ein Potentialunterschied einen Fluss generiert, entsteht fragile currents aus Differenzen, die ungelöst bleiben.

Die künstlerische Arbeiten werden aus Regionen zusammengebracht, die von technologischen Asymmetrien, Ausbeutung und extraktiven Praktiken geprägt sind. Durch fragile körperliche Erfahrung legen ihre Werke offen, wie Infrastrukturen Macht und Abhängigkeit über Territorien und Institutionen hinweg umverteilen, und spüren Formen politischer Imagination und Gegenpraktiken nach, die unter diesen Bedingungen entstehen.

fragile currents fragt nicht, woran die transmediale sich erinnert,
sondern was die transmediale tun kann.

Zum 40 Jubiläum der transmediale arbeitet die Ausstellung auch mit dem Archiv des Festivals: nicht bloß als Daten, die auf einem Computer gespeichert sind, oder Material, das in einem Regal liegt, sondern als Zirkulation innerhalb unserer gegenwärtigen Ströme, bereit, politisch reaktiviert zu werden. Durch die Recherche im Archiv schafft eeefff eine zeitlich ausgedehnte Installation und eine Reihe performativer Sitzungen der School of Algorithmic Solidarity. Im physischen Zentrum der Ausstellung entfaltet sich die Ruined Assembly als öffentlicher Raum, der durch die gemeinsamen Anstrengungen einer Gruppe von Forscher:innen und Institutionen entsteht, die unter Bedingungen technologischer Asymmetrie und Instabilität und an den Schnittstellen extraktiver Praktiken arbeiten, um Gegentaktiken zu kartieren.

Zu ihrem 40 Jubiläum präsentiert die transmediale RFC 40 ein Festival und eine Ausstellung. Kuratiert von Barbara Cueto und unter dem Titel groundstates , findet das Programm des Festivals in der letzten Januarwoche 2027 im silent green Kulturquartier statt. Die Ausstellung fragile currents wird von Antonina Stebur kuratiert und ist bis März in der Akademie der Künste (Hanseatenweg) zu sehen.