Neema Githere und Juan Pablo García Sossa kuratieren die Festivalausgabe 2026 der transmediale
Wir freuen uns sehr, bekannt zu geben, dass Neema Githere und Juan Pablo García Sossa als Kurator:innen für die transmediale 2026 ausgewählt wurden. Die beiden Kurator:innen setzten sich im Rahmen eines Open-Call-Verfahrens gegen eine große Anzahl an Bewerbungen durch. Mit ihren vielfältigen Erfahrungen in den Bereichen Kuratieren, Organisieren und künstlerische Praxis bringen sie einen dynamischen und elastischen Rahmen für die transmediale 2026 mit. Dieser verbindet experimentelle kuratorische Strategien mit einer kritischen Haltung in der Auseinandersetzung mit Technologien und ihren sozio-politischen Auswirkungen.
„Unser kuratorischer Ansatz basiert auf dem Verständnis, dass Technologie nicht nur ein Werkzeug ist, sondern eine weltbildende Kraft – ein Pluriversum von Beschwörungen, das unsere Verkörperungen über Territorien und Zeitlichkeiten hinweg formt. Uns interessiert Technologie nicht nur als Medium, sondern vielmehr als ein relationales Feld – ein rhythmischer Raum der Begegnung, der Verhandlung und der Sinngebung, der sich stets im Werden befindet.”
Neema Githere ist Autorin, Künstlerin und Guerilla-Theoretikerin. Ihre kuratorische und forschende Praxis untersucht die digitale Diaspora, vernetzte Re-Existenz und die Poetik technologischer Präsenz, mit einem Fokus auf Afropresentism – eine Untersuchung darüber, wie marginalisierte Gemeinschaften Gegenerzählungen im digitalen Raum schaffen. Ihre Arbeit bezieht sich auf die Dekanonisierung digitaler Methoden, kollektives Archivieren und radikale Imagination durch partizipative und sozial engagierte Formate. Seit frühester Jugend hat sich Neema über das Internet in die Welt hineingeträumt und versteht ihre Arbeit als ein Prototyping von Relationalität-als-Kunst – durch Experimente, die sich über Kuration, Community-Organising, Social Design, Reisen und Bildproduktion erstrecken. Seit 2016 entwickelt Neema eine forschungs- und körperbasierte Praxis, beginnend mit dem Projekt #digitaldiaspora – inspiriert von Anna Everetts Digital Diaspora: A Race for Cyberspace –, das in über 20 Länder reiste, um zu erforschen, wie afrodiasporische Kunst- und Kulturschaffende neue Identitäten online und offline artikulieren.
Juan Pablo García Sossa ist Designer, Forscher und Medienkünstler. Die künstlerisch-forschende Praxis von Juan / jpgs beschäftigt sich mit der Entwicklung von Kulturen, Realitäten und Welten durch das Remixen und die Um·Aneignung von Technologien aus einer Tropikós-Perspektive (die Tropen sowohl als geografischer Raum als auch als Denkweise verstanden). jpgs Praxis widmet sich dem Pluriversing von Technologien hin zu einer techno·diversity und einem more-than-binary perma·computing. Durch verschiedene netting-Projekte (Netzprojekte) wie Futura Trōpica Netroots stellt jpgs den homogenisierenden Effekten des Globalismus alternative Modelle gegenüber und betont Beziehung in Differenz – als interPlanetares Patchwork aus Systemen und Kosmologien. jpgs hat zudem zahlreiche kuratorische Projekte zum und rund um das Thema Post-Development realisiert, die sich mit neuentstehenden digitalen Kulturen, populären Grassrootbewegungen, kollektiver Intelligenzen und der Anders·Ausrichtung von Realitäten auseinandersetzen – stets geprägt von Netzgemeinschaften und ihren sich wandelnden imaginativen, technologischen und emanzipatorischen Strategien.
Ihre gemeinsame künstlerische und kuratorische Praxis konzentriert sich auf die Schnittstellen von digitalen Ökologien, spekulativer Weltgestaltung und der Infragestellung vorherrschender Methodologien. Sowohl Neema als auch jpgs greifen auf vielfältige Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit renommierten Institutionen sowie unabhängigen und interdependenten Projekträumen in Deutschland, Lateinamerika & der Karibik, dem afrikanischen Kontinent, Südasien und Südostasien zurück.
Ihre gemeinsame Vision für transmediale 2026 baut auf Perspektiven aus Geografien und Epistemologien auf, die in dominanten digitalen Narrativen historisch marginalisiert wurden, und übersetzt diese in Kreisläufe, Protokolle und Beziehungssysteme. Dieser Ansatz setzt auf Dialoge zwischen aktuellen Technologien und multipolar situierten Praktiken. transmediale 2026 wird nicht als statisches Ereignis verstanden, sondern als lebendiges Trägernetz – ein Geflecht von Praktiken, Zeitlichkeiten und Geografien, das konventionelle Narrative von Fortschritt und Innovation in Frage stellt. Dies beinhaltet auch die Neugestaltung experimenteller Infrastrukturen oder Container, Protokolle zum Austausch von Wissen und partizipative Interventionen, die die Komplexitäten von Kunst, mathematischer Systemik und sozialen Gefügen miteinander verweben.
Einstimmig gewählt wurden die beiden herausragenden Kurator:innen und Praktiker:innen von Nora Al-Badri, Asia Bazdyrieva, Gabriele Horn und Jussi Parikka, dem Beirat der transmediale.
Zur Wahl äußert sich der Beirat: „Wir waren sehr beeindruckt von ihrer Bewerbung. Alle Finalist:innen waren ausgezeichnet, aber Neema und jpgs stachen durch ihre Kombination aus Kernthemen von transmediale und neuen Ideen für Aktivitäten hervor. Ihr Ansatz, Geschicklichkeit – im Sinne von verkörperten Praktiken – über verschiedene Praxisfelder hinweg einzubringen, fand großen Zuspruch, ebenso wie ihr Fokus auf Pluriversalität. Einer der zentralen Punkte, die wir als wesentliches Element der transmediale beibehalten möchten, ist die Etablierung von Kontinuität, aber auch das Finden anderer wichtiger und zukunftsorientierter Perspektiven, Stimmen und Teilnehmer:innen, die sowohl unseren Horizont wie auch unsere Reichweite erweitern können.“
Das neu eingeführte, jährlich rotierende kuratorische Modell stellt einen bedeutenden Wandel in der Geschichte der transmediale als Organisation dar und ist ein gezielter Schritt zur Erweiterung der Perspektiven im kritischen Diskurs rund um Medien, Kunst und digitale Kultur. Neema Githere und Juan Pablo García Sossa werden ihre vielversprechende kuratorische Vision in das Festival einbringen, diese kommende Ausgabe gestalten und gleichzeitig zur sich stets weiter entwickelnden Identität der transmediale in den kommenden Jahren beitragen. Wir freuen uns darauf, beide in der Community von transmediale willkommen zu heißen.
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Erste Einblicke ins Festival werden im Juli bekannt gegeben. Neben dem jährlich wechselnden kuratorischen Modell strebt die transmediale einen nachhaltigeren Ausstellungsplan alle zwei Jahre an. Vorbereitungen für die nächste große Ausstellung im Jahr 2027 sind bereits im Gange. Weitere Ausschreibungen werden im Laufe diesen Jahres folgen, einschließlich des Auswahlprozesses für die Kuration der Festivalausgabe und der Ausstellung 2027.

Über transmediale
transmediale ist ein jährliches Festival und ein kritischer Raum für die Entwicklung neuer experimenteller Ansätze in Kunst und digitaler Kultur. Über das jährliche Ereignis hinaus ist transmediale eine transversale, dynamische Plattform, die ganzjährig Aktivitäten ermöglicht, darunter ein Residency Programm und das Journal. Jede Festivalausgabe konzentriert sich auf ein bestimmtes Thema im Spektrum von Kunst und digitaler Kultur, das sich in einer Vielzahl von Programmen wie Ausstellungen, Diskursformaten, Performances, Screenings und Workshops widerspiegelt.
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