Paprika Nails ist eine Lecture-Performance, die von einer unsichtbaren Kraft ausgeht: einer feinen Magnetik, durch die Körper einander erkennen und Orientierung finden. Aus diesem Feld der Einstimmung entstehen skulpturale Press-on-Nägel, in die jeweils ein NFC-Tag eingebettet ist. Dieser öffnet Fragmente aus Traumtagebüchern, geo-somatische Notizen, körperliche Aufzeichnungen mit Landschaften sowie Reflexionen über Zärtlichkeit als Gegenkraft zu Angst und Drift.
Sich als Eins-zu-eins-Austausch in einem nagelstudioartigen Setting entfaltend, begreift die Arbeit den Finger zugleich als Sensor und als Index – als Ort, an dem Berührung, Auswahl und Navigation zusammenlaufen. Das Digitale wird nicht über Bildschirme, sondern über Fingern aktiviert, nicht über Befehl, sondern über Nähe. Die Nägel fungieren als Talismane ebenso wie als Interfaces innerhalb von Interfaces und eröffnen eine Möglichkeit, Wissen durch den Körper zu indexieren. Paprika Nails rahmt Intimität als infra·structure und schlägt das Herz als kompassierendes Organ vor, um ökologische und ancestrale Terrains zu navigieren. Die Arbeit lädt Teilnehmende ein, die Welt so zu fühlen, wie Wasser fühlt – durch Kontakt, Durchlässigkeit und Fluss.

