installation
Kolams

2025

A brown tattooed hand with gold jewelry reaches down to draw a kolam on teal floor. The index finger holds rice flour or turmeric, trailing powder to form curving loops. Completed white and golden loops already surround the hand.

Aarati Akkapedi, Kolams, 2025, installation view

Im Jahr 2022 begann Aarati Akkapeddi während einer Phase der Trauer um deren hundertjährige Großmutter mit der Entwicklung eines Computerprogramms, das es erlaubt, Text in Kolam-Zeichnungen zu übersetzen. Kolam (Tamil) oder Muggu (Telugu) ist eine traditionelle südindische Kunstform: glückverheißende Bodenzeichnungen aus Reismehl, die traditionell von Frauen ausgeführt werden und aus mathematisch komplexen Mustern kontinuierlicher, ineinander verschlungener Linien bestehen.

Um Text in Kolam-Designs zu codieren, wird jeder Buchstabe zunächst in einen achtstelligen Binärcode übersetzt, der anschließend mithilfe eines Algorithmus auf eine Punktmatrix abgebildet wird, wobei Schleifen in Farben gezeichnet werden, die jeweils entweder 0 oder 1 entsprechen. Durch diesen Prozess zeichnet die Arbeit Verbindungen zwischen Kolams, Gender und Rechenpraktiken nach und erkennt rechnerische Genealogien an, die jenseits westlicher patriarchaler Bezugsrahmen existieren, und ehrt sie.

Die erste Iteration des Algorithmus fungierte als matrilineares Trauerritual und erzeugte Kolams, die drei Generationen von Frauen repräsentieren: Swarajyalaxmi (die Großmutter), Kameswaramma (die Mutter) und Rajyalaxmi (die Großmutter der Mutter). Für die Präsentation der Arbeit im Rahmen der transmediale 2026 wird das System genutzt, um Kolams mit Reismehl und Kurkuma auf den Boden zu zeichnen. Jedes enthält verschlüsselte Botschaften, die Besucher:innen über die Website kolam.codes entschlüsseln können, wo sie auch eigene Kolams entwerfen und verschlüsseln können.