Exhibition
fragile currents
Akademie der Künste (Hanseatenweg)
AdK / Hanseatenweg
28 January – 7 March, 2027

Politische und technologische Realitäten sind heute infrastrukturell verschränkt und offenbaren globale Netze von Abhängigkeiten, Asymmetrien und ungleichen Positionen. Die Ausstellung präsentiert eine Reihe von Installationen und organisiert sich um ein lebendiges Zentrum: eine agoraartige Installation, die Raum hält für ein Begleitprogramm. fragile currents arbeitet mit Ruinen als Methode im Sinne von Überresten, die zeigen, was war und was noch wirkt. Infrastruktureller Zusammenbruch erscheint so nicht als Kollaps, sondern als Bedingung, aus der andere Organisationsformen entstehen können.

In einem Moment, in dem politische und technologische Realitäten zunehmend auf infrastruktureller Ebene miteinander verschränkt werden, treten die komplexen Netze von Abhängigkeiten, Asymmetrien und ungleichen technologischen Positionen in den Blick, die sie weltweit miteinander verbinden. Gegenwärtige Kriege und Repressionen werden über Energienetze, Kommunikationsnetzwerke, Überwachungssysteme und unterbrochene Lieferketten geführt und offenbaren Infrastrukturen nicht als neutrale technische Trägersysteme, sondern als Terrains politischer Auseinandersetzung.

— Marking the 40th anniversary,


fragile currents asks not what transmediale remembers,


but what transmediale can do.

fragile currents reaktiviert die transmediale als Gegen-Infrastruktur: nicht als Plattform für die Präsentation von Kunst und Forschung, sondern als Versammlung von Praktiken, Widerstandsmethoden und Solidaritäten. Gegen-Infrastrukturen werden als fragile und provisorische Arrangements imaginiert, durch die alternative soziale und politische Verhältnisse unter Bedingungen von anhaltender Ausbeutung, Militarisierung und ökologischem Zusammenbruch entstehen können. Die Strömungen (engl. currents) des Titels verweisen gleichzeitig auf Fluss und Kraft, auf elektrische Ladung, auf Zeitlichkeit und auf die fragilen Systeme, die entfernte Geografien und körperliche Erfahrung durch historische Konstellationen miteinander verbinden.

Das Archiv der transmediale wird als Werkzeugkasten potenzieller politischer Praktiken begriffen. fragile currents arbeitet mit Ruinen als Methode: nicht im Sinne von Trümmern, sondern von Überresten, die zeigen, was war und was noch wirkt. Infrastruktureller Zusammenbruch erscheint so nicht als Kollaps, sondern als Bedingung, aus der andere Organisationsformen entstehen können. Dabei legen Ruinen verborgene Abhängigkeiten frei und halten Taktiken lebendig, die noch anwendbar sind. Die Ausstellung organisiert sich um ein lebendiges Zentrum: eine agoraartige Installation, die Raum hält für ein Begleitprogramm, das gemeinsam mit internationalen Partnerinstitutionen entwickelt wird. Diese operieren in Kontexten, die von Extraktivismus, technologischer Abhängigkeit und infrastruktureller Fragilität geprägt sind, darunter Griechenland, die Ukraine, Kasachstan und Chile.

participants

Zum 40 Jubiläum findet die transmediale RFC 40 in der letzten Januarwoche 2027 statt. Die Jubiläumsausgabe präsentiert das Festivalprogramm unter dem Titel groundstates im silent green Kulturquartier, kuratiert von Barbara Cueto, sowie fragile currents, eine Ausstellung in der Akademie der Künste (Hanseatenweg), die von Antonina Stebur kuratiert wird und bis März zu sehen ist.