Australien

Australien

Date: 
18.02.1995 12:00
Edition: 
1995
Format: 
Presentation
Location: 
Podewil

Australische Video-/Medienkunst beinhaltet viele interdisziplinäre Konzepte und ästhetische Stile. In diesem Programm phantasie­ voller elektronischer Arbeiten werden Erinnerungen, zeitliche Übergänge und Gefühle umge­ wandelt, verdoppelt und als Ausdruck des (Un-) Bewußten re­ konstruiert. Dies geschieht inner­ halb von Systemen und Ereignis­ sen technologischen Neulands. Die wichtigste Gemeinsamkeit der Werke in Teil I ist die Nutzung digitaler Technologien. Auf dem Band von Ellen Jose und Mar­ shall White beleben computer­ generierte Entwürfe eine Bilder­ symbolik, die Joses Aborigine- Abstammung entlehnt ist. Faye Maxwells surreale Animation über imaginäre Raum- und Zeitspären ist eine sehr an­ spruchsvolle digitale Arbeit. Zu den Desktop-Experimenten im Programm zählen Marshall Whites persönliche Erzählungen und John Tonkins meditative Computerarbeiten, die von den vier Elementen inspiriert wurden; Ein Videoclip mit Bildern aus der Welt der Werbung und Massen­ medien, geprägt von digitalem Bearbeitungszauber, entstand als Gemeinschaftsprojekt von Tom Ellard, Jason Gee und Fin- cher Trist, mit den mythologi­ schen Phantasien von Michael Strum. In Chris Caines Arbeit schafft die komplexe Schichtung von Text, Bild und Ton eine meta­ phorische Verbindung zur kolo­ nialen Erkundung Australiens durch Europa und zu den ideolo­ gischen Grenzen heutiger Tech­ nologien. Die dreidimensionale Animation von Troy Innocent und Elena Popa, beeinflußt von japanischen Comics, befaßt sich mit digitalisierten Zukunftswelten. Jill Scott wuchs in Australien auf und stellt seit 20 Jahren interna­ tional als Video-/Neue Medien- Künstlerin aus. Zur Zeit lehrt sie an der Hochschule der Bildenden Künste Saarbrücken und am ZKM Karlsruhe. Ihre Arbeit thema­ tisiert hauptsächlich das Verhält­ nis von Körper, Geschichte und Technologie. Sie wird drei ihrer Werke vorstellen: "Media Massa­ ge“ behandelt das Verhältnis von Medien und Manipulation; "Continental Drift" untersucht Metaphern über den Heilungs­ prozeß; und die Animation "Pa- radise Tossed“ gibt einen histori­ schen Überblick über Design und archetypisches Begehren. In Teil II des Programms wird mit komplexen visuellen Experimen- tativ-Formen gearbeitet, die z.B. den bildlichen Qualitäten von Film und Foto entsprechen und darüber hinaus den technologi­ schen und textlichen Möglichkei­ ten elektronischer Medien nach­ gehen. Diese Verbindungen zei­ gen sich in den Werken von John Gillies, Jane Parkes, Fabian Astore und Sarah King. Die Ar­ beit der Choreographin Tess De Quincy ist ein experimentelles Tanz- und Musikstück, aufge­ nommen in der düsteren und ausgedörrten Umgebung des Mungosees.
Brian Langer 1995. Australien auf dem VideoFest '96: Wir werden die erste umfassen­ de Präsentation der australi­ schen Video - und Medienkultur in Europa anbieten: aktuelle und retrospektive Videotape-Pro­ gramme, Multimedia Projekte und Installationen. In the Balance; air, water / part 2 & 3; The History of Luminous Motion; Noodle Film; these are the days; Island of Magicans; Spur of the Moment; Down to the Line; Networld; Dollarex (Remix); Media Massage; Continental Drift; Paradise Tossed; Test; Driving and Dreaming; SOONGIRL; A visceral Moment; Square of Infinity

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