Dieser Vortrag lädt dazu ein, über die Räume zwischen uns nachzudenken. Sie sind geprägt von Geschichten der Gewalt, vermittelt durch Technologien, im gegenwärtigen Moment komplexer und neu definiert. Technologie choreografiert die Illusion von Nähe, während sie gleichzeitig Distanzen, Unterschiede, Undurchsichtigkeiten und Widersprüche verbirgt, die uns definieren und die Welt strukturieren. All dies sind Lücken – physische ebenso wie soziale und historische, erkenntnistheoretische wie technologische.
Wenn wir darüber nachdenken, wie Geschichten der Gewalt und unerzählte Geschichten weiterhin in unser tägliches Leben eingebettet sind, stehen wir vor der Aufgabe, nicht nur zu erinnern, sondern auch anzuerkennen und zu transformieren. Sich diesen Geschichten zu stellen bedeutet, neue Formen des Miteinanderseins zu gestalten – Beziehungen zueinander und zur Welt auf eine Weise zu führen, die das Gewicht dieser Vergangenheit nicht umgeht, sondern vollständig durchläuft.
Während dieser Vortrag – vermittelt durch Geschichte und Glissants Konzepte – eine Erzählung anbietet, hinterfragt Nelly Y. Pinkrah, wie Körper, Nähe und Technologien ein relationales Kontinuum bewohnen. Er untersucht die doppelte Rolle der Technologie – als Kontrollinstrument und als (Infra-)Struktur der Relation – und fordert uns auf, unser Verhältnis zu ihr neu zu denken. Was machen wir aus ihr? Wie machen wir sie? Wie tragen Technologien, die aus Gewalt hervorgegangen sind, die Spuren ihrer Ursprünge in sich? Und wie könnten sie neu gedacht werden?
Nach dem Vortrag tritt Nelly Y. Pinkrah in ein Gespräch mit Shaka McGlotten.
