Was, wenn das politische Problem unserer Zeit nicht darin besteht, dass wir alle zu sehr befriedet wurden – unterworfen oder in Passivität gelockt – sondern dass wir übermäßig aktiviert und animiert sind? Politische Inhalte, produziert von Dokumentarfilmer:innen, Influencer:innen, Parteimitgliedern, NGOs und gutmeinenden Bürger:innen, verfehlen oft diesen Punkt: Sie bombardieren uns mit immer mehr Informationen, in der Hoffnung, dass die neueste aufgedeckte Tatsache uns endlich zum Handeln mobilisieren wird.
Dabei geraten sie in einen digitalen Kampf gegen Konzerne und Staaten um die immer knapper werdenden Aufmerksamkeitsspannen. In diesem Gespräch ziehen Andrew Culp und Thomas Dekeyser die Grenzen einer Politik der Aktivierung nach und skizzieren Modelle für Ausstiegsstrategien.