transmediale 2024
you’re doing amazing sweetie
31. Januar bis 4. Februar 2024
transmediale 2024 you're doing amazing sweetie setzt sich mit den Herausforderungen der faszinierenden, aber häufig unbrauchbaren Politiken und Handlungsweisen auseinander, die aus den endlosen Zyklen von Konsum und Ablenkung entstehen. Inspiriert von Reality-TV Formaten beschäftigt sich das dreitägige Festival damit, wie Sprache, Beziehungen und politische Möglichkeiten durch den 24/7 Zugang zu Content zum Kunstgriff verkommen. Künstler:innen, Forscher:innen und Aktivist:innen untersuchen Online-Praktiken der Selbstinszenierung sowie die Atmosphäre, die durch den ständigen Fluss von Informationen erzeugt wird. Verkompliziert durch algorithmische Verzerrungseffekte und die Kommerzialisierung von Aufmerksamkeit, spürt das Festival unseren Abhängigkeiten und Bindungsgefügen beim Produzieren, Hören und Konsumieren von Online-Inhalten nach.
Das Festival findet an zwei Veranstaltungsorten in Berlin statt: Season 1 und 2, der erste und zweite Festivaltag, im silent green Kulturquartier und die Reunion, der dritte Programmtag, im Haus der Kulturen der Welt (HKW). Das dreitägige Programm des Festivals umfasst Performances, Gespräche, Screenings und Ausstellungen.
Oceanic Refractions , eine zehntägige Installation im silent green, bildet den dritten Teil des transmediale Ausstellungsprogramms und wurde in Kooperation mit CTM Festival in Auftrag gegeben. Die immersive Soundinstallation ist das Ergebnis eines mehrjährigen kollaborativen Projekts initiiert von AM Kanngieser (Australien/Deutschland) und Mere Nailatikau (Fidschi) und widmet sich den gefährdeten Umweltbeziehungen im Ozean.
Die Hauptausstellung des Festivals this is perfect, perfect, perfect im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien präsentiert elf Positionen, die sowohl die nahtlos glänzende Oberfläche als auch die inneren Mechanismen und toxischen Logiken von Online-Content und seiner Grenzenlosigkeit offenbaren. Uncensored Lilac ist eine kollaborative Ausstellung der in Irland lebenden Künstler:innen Bassam Issa Al-Sabah und Jennifer Mehigan, die hinterfragt, wie wir den Klimakollaps verkörpern und von ihm verändert werden.
Presserundgang
30. Januar, 11 Uhr
Kunstraum Kreuzberg/Bethanien und silent green Kulturquartier
Der Presserundgang findet am 30. Januar in zwei Teilen statt: Um 11 Uhr im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien für die Ausstellung this is perfect, perfect, perfect und um 14 Uhr im transmediale studio im silent green Kulturquartier für die Ausstellung Uncensored Lilac und die Installation Oceanic Refractions in der Kuppelhalle.
Installation und Performance
FASTER, HIGHER, STRONGER von Mary Maggic
3. Februar, HKW
FASTER, HIGHER, STRONGER ist eine Performance und interaktive Installation, bei der Menschen und Nicht-Menschen gemeinsam trainieren, um die unmögliche Fantasie der postnatürlichen Optimierung zu erreichen. Gemäß des offiziellen Mottos der Olympischen Spiele “schneller, höher, weiter” sind drei Performer:innen auf Hometrainern stationiert, um Energie für einen Bioreaktor zu erzeugen. Durch die Muskelkraft wird Kombucha produziert – eine fermentierte Flüssigkeit, die als das Wellness-Getränk des 21. Jahrhunderts bekannt ist.
Mary Maggic ist eine non-binäre, chinesisch-amerikanische kunstschaffende Person, deren Praxis an der Schnittstelle von Körper- und Genderpolitik sowie kapitalistisch-ökologischen Entfremdungen arbeitet. Maggic lebt derzeit in Wien.
Performance
洪火机构 (The Office Agency of Flash Flood and Wildfire) by bela and Kloxii Li
1 Februar, silent green
Als Korrespondent:innen für die fiktive meteorologische Agentur 洪火机构 (The Office Agency of Flash Flood and Wildfire) liefern bela und Kloxii Li einen pausenlosen Strom an extremen Wettervorhersagen. Die Performer:innen agieren als Orakel für diese beunruhigenden Erzählungen und versuchen sich durch die tumultartige Landschaft der Unsicherheiten zu navigieren, die die Klimakrise mit sich bringt. Von ostasiatischen Regenritualen und wetterbedingten Extremerfahrungen in ihren jeweiligen Heimatregionen Südkorea und Kalifornien inspiriert, erforscht die Performance visuelle Formen des Wahrnehmens, Vorhersagens und Metabolisierens der Realitäten eines Klimakollapses.
Konzert
Farida Amadou
3. Februar, HKW
Das Festival wird mit einem Konzert von Farida Amadou, einer autodidaktischen Bassistin aus Brüssel, schließen. Die in Belgien lebende Improvisationsmusikerin nähert sich dem Instrument E-Bass auf eine eigene und besondere Art: Ein E-Bass in ihren Händen ist weniger ein konventionelles Instrument als vielmehr eine völlig frei interpretierbare Soundquelle, aus der Farida mithilfe von Effektpedalen introvertierte bis brachiale Klangwelten entstehen lässt.
Farida Amadous Hauptinstrument ist der E-Bass. Sie experimentiert in und mit verschiedenen Genres – Blues, Jazz, Hip Hop – und kollaboriert u.a. mit Moor Mother und Julien Desprez.
Performance
Crypto (Blue Marble) by Holly Childs und Gediminas Žygus
2. Februar, silent green
Die Performance Crypto (Blue Marble) erforscht die Mythologien von Unternehmensherrschaften und konfrontiert Fantasien von Imperien mit ihren unbestreitbaren ökologischen Realitäten. Inszeniert als Abrechnung zwischen Superreichen und dem Leben selbst, hinterfragt Crypto (Blue Marble) die gestaltete Erzählung von Realitäten, die sich in einer kontinuierlich verdampfenden Welt entwickeln. Die Performance umfasst verschiedene Soundebenen, von technischen Anweisungen über Vorlesepassagen und Geflüster und lädt das Publikum zur Erkundung ungeahnter Bedeutungsebenen ein.
BETONHALLE, SILENT GREEN
Season 1 & 2
1.–2. Februar 2024
Die ersten beiden Tage des Festivals – Season 1 und Season 2 im Stile von Reality TV-Formaten – sind Performances und Gesprächen gewidmet, die als Confessionals im Sinne von Offenbarungen fungieren. Thematisch werden Politiken der Unsichtbarmachung und Zensur in den Blick genommen sowie Infrastrukturen der Ablenkung, girl economy und die Spannungen zwischen dem Realen/Fiktiven des digitalen Autoritarismus. Mit einem Fokus auf performativen Praktiken wird die Betonhalle im silent green in einen immersiven Raum für Performances, Interventionen, Gespräche und Filmvorführungen verwandelt.
Mit Beiträgen von Aleena Chia, Alex Quicho, Anna Engelhardt, bela und KLoxii Li, Clea Bourne, Eva Papamargariti, Holly Childs and Gediminas Žygus, Joel Sherwood Spring, Mario Santanilla, Rachel O'Dwyer und Winnie Soon. Weitere Teilnehmer:innen folgen in Kürze.
HAUS DER KULTUREN DER WELT
Reunion
3 February 2024
Relocating to Haus der Kulturen der Welt (HKW) on the third day the conclusion and reunion of the festival take place. The day-long reunion presents a series of conversations, performances, and screenings that explore the destruction of interconnected infrastructures and platforms, the ways interfaces restrict political possibilities, anti-fascist tactics, and the artifice of language.
Featuring Dubravka Sekulić, Georgina Voss, Helen Pritchard, Luiza Prado, Silvio Lorusso, and Svitlana Matviyenko, with more to be announced.
Das diesjährige Filmprogramm wendet sich gegen die Abgestumpftheit der durch Content erzeugten Politiken und hinterfragt, wie algorithmische Voreingenommenheiten und virale Hashtags eine Atmosphäre der Entfremdung erzeugen. Das Programm findet im silent green und im HKW statt und umfasst eine Auswahl von Kurzfilmen und Spielfilmvorführungen, darunter eine Weltpremiere und mehrere deutsche und europäische Premieren, zusammen mit Gesprächen zwischen internationalen Filmemacher:innen.
Mit Filmen von Anna Hawkins, Gala Hernández Lopez, Al Hassan Elwan, Kevin Brennan und Laurence Durkin, New Red Order, Riar Rizaldi, Su Hui-Yu, Monica Basbous und Charbel Alkhoury.
Kevin Brennan und Laurence Durkin präsentieren erstmalig ihren neuen Film TerraForma (2023), der die Geschichte der entlegenen vulkanischen Insel Ascension erzählt, die eine Million Jahre lang völlig leblos vor sich hin schwelte, bis sie durch den Prozess der "Terraformung" in ein tropisches Paradies verwandelt wurde.
Su Hui-Yu's neuer Spielfilm Future Shock (2023) überdenkt die Zukunftsvorhersage des Futurologen Alvin Toffler aus den 1970er Jahren und kombiniert alte Folklore, übernatürliche Elemente und moderne taiwanesische Settings, um eine psychedelische und fesselnde Erzählung über die Moderne und ihre Zukunftsvisionen zu weben. Das Werk wird zum ersten Mal in Europa gezeigt. Nach der Vorführung findet ein Gespräch mit dem Künstler statt.
Installation – CTM x transmediale Kooperation
Oceanic Refractions
26. Januar – 4. Februar 2024
Kuppelhalle, silent green Kulturquartier
In Kooperation mit CTM Festival präsentiert transmediale Oceanic Refractions – eine immersive Installation, die Zeugnisse von Ältesten aus Fidschi, Kiribati und Papua-Neuguinea zu Verwandtschaft, Selbstbestimmung und Fürsorge angesichts des globalen Ökozids vereint. Durch Klanglandschaftskompositionen kombiniert mit 360-Grad-Videografie, kinetischen Sitzmöglichkeiten und olfaktorischen Effekten schafft Oceanic Refractions ein unvergessliches, sinnliches Erlebnis. In der Oszillation zwischen Zuhören und Stille bietet die Installation seltene Einblicke in die Umweltbeziehungen, die die multiplen Welten Ozeaniens am Leben erhalten.
Oceanic Refractions ist das Ergebnis mehrjähriger Recherchen, Forschungen und Talanoa (Dialog) mit indigenen Anführer:innen, Wissenschaftler:innen, Künstler:innen und Aktivist:innen aus Fidschi, Kiribati, Papua-Neuguinea, den Marshallinseln und Nauru und wurde von den Künstler:innen AM Kanngieser (Australien/Deutschland) und Mere Nailatikau (Fidschi) geleitet und produziert. Dabei arbeiten sie mit dem Sound Artist KMRU (Kenia/Deutschland), den Filmemacher:innen Laisiasa Dave Lavaki (Fidschi) und Tumeli Tuqota (Fidschi) zusammen.
Öffnungszeiten
26.01.–04.02.2024
Täglich 12–22:00
Zeitfenstertickets sind online erhältlich.

transmediale ist ein jährliches Festival und ein kritischer Raum für die Entwicklung neuer experimenteller Ansätze in Kunst und digitaler Kultur. Über das jährliche Ereignis hinaus ist transmediale eine transversale, dynamische Plattform, die ganzjährig Aktivitäten ermöglicht, darunter ein Residency Programm und das Journal. Jede Festivalausgabe konzentriert sich auf ein bestimmtes Thema im Spektrum von Kunst und digitaler Kultur, das sich in einer Vielzahl von Programmen wie Ausstellungen, Diskursformaten, Performances, Screenings und Workshops widerspiegelt.










