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Interplanetare Kommunikation

Finn Brunton betritt die Grauzone der Medienkultur: außerirdische Kommunikation

Die Frage, wie Menschen mit Außerirdischen kommunizieren könnten ist gleichzeitig existenziell, semiotisch und techologisch. Der Nachrichteninhalt, welchen wir Aliens vermitteln wollen würden ist ein wesentlicher Bestandteil dessen Übermittlung. Welche Grundlagen des menschlichen Lebens und der menschlichen Zivilisation sollten vermittelt werden und welche Grundlagen von Medientechnologie würde uns die Vermittlung ermöglichen? Für das Panel "Prove You are Nonhuman" im Rahmen von ever elusive präsentierte Autor und Medienwissenschaftler Finn Brunton eine eigenwillige Geschichte von wilden, imaginativen und obskure Medienkonzepte im Dienste von außerirdischer Kommunikation.

Ist "Infrastruktur" ein leere Worthülse? Fiona Shipwright forscht nach

Fachbegriffe schwirren auf Konferenzen nur so herum, manchmal erstarren sie in einem geteilten Referenzsystem und manchmal lösen sie sich in Rauch auf. Commons. Versammlung. Neoliberalismus. Wir nehmen an, dass wir alle über das selbe sprechen –aber ist dem so? Jeder weiß, dass wenn man einen Begriff nur oft genug wiederholt er anfängt absurd zu klingen. Fiona Shipwright nahm sich einem dieser Koversationskennzeichen während transmediale 2017 an: dem schwer fassbaren [ever elusive] Wort Infrastruktur.

Ryan Bishop über Laurie Andersons "Language of the Future"

transmediale 2017 schloss mit einer Performance von Laurie Anderson, The Language of the Future. Aus diesem Anlass reflektiert Ryan Bishop in diesem Essay über Sprache und Narrativen in dem sich über Dekaden erstreckenden Werk von Anderson als eine Künstlerin, welche sich aller Kategorisierung entzieht —"ein Zusammenfließen von technologischer Reichweite, Ambition und Scheitern in Kombination mit ironischem Humor".

Der Künstler Steve Kurtz über Leben, Tod und Widerstand

Gibt es einen Umgang mit den „Grundlagen“ von Lebens- und Kunstpraktiken, der weder rückschrittlich noch zukunftsbesessen ist? Diese Frage kam in einer Paneldiskussion bei der transmediale 2005 auf. Der Künstler Steve Kurtz nahm am damaligen Panel teil und griff die Frage in seinem Keynote-Vortrag beim Festival 2017 erneut auf. Kurtz, Mitglied des schon seit Jahrzehnten bestehenden, legendären Critical Art Ensemble (CAE), musste 2005 große rechtliche Hürden überwinden, um bei der Veranstaltung „Basics“ über seine Arbeit zu sprechen. 2017 beschrieb er den Verlauf dieser Arbeit in den letzten 12 Jahren angesichts der neuen Ausformungen von Biomacht, mit denen wir es zu tun haben.

Fiona Shipwright befragt Olia Lialina und Kevin Bewersdorf über das Debut ihres Live-Theaterstücks

Auf der transmediale 2017 feierte Bear With Me: A Play For Two Webmasters, Buch und Regie von net.art Pionierin Olia Lialina mit Schauspieler und Künstler Kevin Bewersdorf in der Hauptrolle, seine Premiere. Das Stück spielt im Jahre 1997, kurz vor dem dot.com Boom verbindet das Stück Live-Coding mit Live-Handlung und folgt den Figuren Jake, Alan und Lisa wie sie an ihren Webseiten arbeiten. Im Dezember 2016 sprach Fiona Shipwright mit Lialina und Bewersdorf von der Merz Akademie Stuttgart über ihre bevorstehende Performance und wie diese vergangene Ära des Internets unser Verständnis von Flüchtigkeit und Unbestimmbarkeit des Netzes heute fördern kann.

Simon Biggs lächelt als Antwort auf eine Frage vor der berühmten blauen Wand, 1995.

Der Künstler Simon Biggs antwortet 2017 erneut auf die Fragen aus einem mysteriösen Interview von 1995

Eine Zeitreise zurück ins Jahr 1995, als die transmediale noch VideoFest hieß: Eine Reihe von Festivalteilnehmer_innen ist dazu eingeladen, eine Reihe von Fragen über die aufkommende Disziplin der „Multimedia-Kunst“ zu beantworten. Sie sitzen jeweils vor einer blauen Wand und eine unbekannte Person hinter der Kamera stellt die Fragen. Unter den Interviewten waren diverse Denker_innen wie Siegfried Zielinski, Geert Lovink oder Eva Pascoe.

Two people searching through archival box of polaroids from past transmediale festivals.

Dieter Daniels zeichnet die historischen Verläufe nach, die zu der gegenwärtigen, sich jeglicher Definition widersetzenden Struktur der transmediale geführt haben

Physische Zusammentreffen mit digitaler Kultur wird "weder von sogenannten sozialen Medien noch durch Post-Internet-Art ersetzt werden" argumentiert Dieter Daniels in diesem Essay, welcher anlässlich dem 30-jährigen Jubiläum der transmediale verfasst wurde. Daniels geht zurück bis zu den 60er Jahren um zu erklären warum ein Festivalformat, welches der Formalisierung widersteht, noch immer relevant ist.

Aus dem Archiv: der Flyer der transmediale 2007 unfinish, in deren Rahmen das Podium „Media Art Undone“ stattfand

„Medienkunst” mag wie ein überholter Begriff klingen – seine Beständigkeit ist aber, wie Elvia Wilk argumentiert, ein gutes Omen

Die zehn Jahre zurückliegende, aus dem transmediale-Archiv hervorgeholte Podiumsdiskussion deutet darauf hin, dass sich der Diskurs über digitale Kultur vielleicht gar nicht so schnell verändert, wie wir denken. Das ist ein gutes Zeichen.

Wax, or the Discovery of Television among the Bees, video still.

Inke Arns und Elvia Wilk sprechen mit dem Künstler David Blair über die andauernde Wirkung seines einzigartigen Multimedia-, Multi-Everything-Projekts von 1993.

David Blairs Projekt Wax, or the Discovery of Television among the Bees von 1993 war der erste unabhängige Film, der mit einem nicht linearen Schnittsystem bearbeitet wurde, der erste Film, der in eine interaktive und hypertextuelle Online-Erfahrung übertragen wurde (Waxweb, 1993) und der erste Film, der über ein Computernetzwerk ausgestrahlt wurde. In seinen vielen Ausführungen erzählt uns Wax die surreale Geschichte von Jacob Maker, einem Programmierer von Waffen und Flugsimulationen für die US-amerikanische Regierung auf einem Testgelände in Alamogordo in New Mexico. In seiner Freizeit züchtet Maker eine bestimmte mesopotamische Bienenart.

Der einführende Essay von Ryan Bishop, Kristoffer Gansing und Jussi Parikka zu transmediales neuer Publikation across & beyond

Am 7. Dezember 2016 feierte die transmediale den Launch ihrer neuen Publikation am Institute for Contemporary Arts in London. Das Buch ist ein Reader über die sich ändernden (und oftmals umstrittenen) Konzepte des Postdigitalen innerhalb von Kunst und Kultur, mit einem Fokus auf den institutionellen Rahmen dieses Begriffes. Im transmediale/journal wurde nun der gemeinsam von den drei Herausgebern verfasste einleitende Essay, welcher das Konzept und den Inhalt des Buches näher beschreibt, veröffentlicht.

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