Hate Library

Hate Library

Festival edition: 
2018

Als öffentliche Referenzquelle erforscht Hate Library die Sprache rechtsextremer politischer Gruppierungen und Parteien im heutigen europäischen Raum – und dabei insbesondere deren Nutzung von Onlineforen als Orten der Rekrutierung und Kollaboration. Die miteinander verschränkten Elemente der Bibliothek vermischen Allegorie und Buchstäblichkeit, indem sie Texte als dokumentarische Kunstwerke auf einer symbolischen und sozialen Bühne des Lesens, Verstehens und Dialogs präsentieren. Hate Library dokumentiert eine Vielzahl der Positionen, die rechte und rechtsextreme Communitys einnehmen. Zudem stellt die Bibliothek die oft verwirrenden Überschneidungen zwischen öffentlichen und web-aktivistischen politischen Diskursen heraus, ebenso wie Praxen der Selbstfindung in einem sich wandelnden Europa – Praxen, die angesichts neuer Krisen auf erschreckend altbekannte Sprachmuster zurückgreifen. Das in der Hate Library abgebildete Quellenmaterial ist anstößig, banal und nur wenige Klicks entfernt. Es bleibt für Internetnutzer_innen weltweit öffentlich zugänglich und ist über die Metadaten der ausgestellten Sammlung nachvollziehbar. Das Projekt wurde von Künstler Nick Thurston mit der Unterstützung von Historiker Matthew Feldman, Forscher Maik Fielitz und einer Reihe weiterer Beitragender entwickelt.

Hate Library entstand über mehrere Jahre hinweg im fortlaufenden Gespräch mit der Foksal Galerie in Warschau und mit Unterstützung des Mazovia Institute of Culture.

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