Konferenzprogramm

Konferenzprogramm

Die Konferenz der transmediale 2018 nutzt face value als Ausgangspunkt, um sich mit der Krise von Politik, Werten und Bedeutungen in der heutigen ökonomisierten Welt auseinanderzusetzen. Sie untersucht die seit Langem etablierten Beziehungen zwischen Kapitalismus und Rassismus sowie Neoliberalismus und Faschismus; dabei beleuchtet sie auch die Rolle der Medien in ihren gegenwärtigen alarmierenden Formierungen. Sie betrachtet, wie Vorurteile und Formen von Diskriminierung innerhalb der algorithmischen Kultur verstärkt werden, und nimmt die Prozesse der Wertschöpfung in den Blick, die an der Verbreitung, Filterung und Kategorisierung von Informationen beteiligt sind. Indem es sich mit der Frage beschäftigt, wie Gewalt und Hass in der Mediensphäre verstärkt werden, stellt das Konferenzprogramm die Nutzungsweisen von Kommunikationstechnologien infrage – unterstreicht aber auch die Macht der Sprache und diskutiert, wie konstruierte Unterschiede den Kapitalismus funktionieren lassen.

Kuratiert von Daphne Dragona.

Als wirtschaftlicher Begriff beschreibt „face value“ einen Wert, der sich nicht verändert – einen Wert, der nicht von Marktschwankungen beeinflusst wird und notwendig für die Anhäufung von Kapital ist. Er wird mit Geld, Immobilien und Schulden assoziiert. In einer Zeit, in der sich die Finanzialisierung auf alle Bereiche der Gesellschaft auswirkt, evoziert der Begriff die Politik des Lebens selbst. Die anhaltende Prekarität, der Autoritarismus von Unternehmen und der Einsatz rassifizierter Technologien zeigen, dass Menschen aufgrund sozialer, kultureller und wirtschaftlicher Unterschiede wertgeschätzt oder entwertet werden. Der Wert des Gesichts, einer Nation, einer „Rasse“ oder eines Geschlechts wird in der populistischen und fremdenfeindlichen Rhetorik rechtsextremer Gruppen und Parteien inmitten von Tautologien und Vereinfachungen, Memen und Trollen hervorgehoben.

Die Konferenz der transmediale 2018 nutzt face value als Ausgangspunkt, um sich mit der Krise von Politik, Werten und Bedeutungen in der heutigen ökonomisierten Welt auseinanderzusetzen. Sie untersucht die seit langem etablierten Beziehungen zwischen Kapitalismus und Rassismus sowie Neoliberalismus und Faschismus; dabei beleuchtet sie auch die Rolle der Medien in ihren gegenwärtigen alarmierenden Formierungen. Sie betrachtet, wie Vorurteile und Formen von Diskriminierung innerhalb der algorithmischen Kultur verstärkt werden, und nimmt die Prozesse der Wertschöpfung in den Blick, die an der Verbreitung, Filterung und Kategorisierung von Informationen beteiligt sind. Indem es sich mit der Frage beschäftigt, wie Gewalt und Hass in der Mediensphäre verstärkt werden, stellt das Konferenzprogramm die Nutzungsweisen von Kommunikationstechnologien infrage – unterstreicht aber auch die Macht der Sprache und diskutiert, wie konstruierte Unterschiede den Kapitalismus funktionieren lassen.

In diesem Zusammenhang lädt die transmediale 2018 ihre Teilnehmer_innen ein, zusammenhängende Prozesse und Phänomene zu diskutieren, über wiederkehrende Formen der Komplizenschaft nachzudenken und das Potenzial neuer gemeinsamer Territorien und Koalitionsformen zu untersuchen. Black radical thought, Critical-Race- und feministische Theorie, dekoloniale Methoden und antikapitalistische Strategien stehen im Vordergrund des Konferenzprogramms und weisen in Richtung einer neuen Politik jenseits künstlicher Beschränkungen und Grenzen.

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