Vilém Flusser Residency for Artistic Research 2017: Demystification Committee

Vilém Flusser Residency for Artistic Research 2017: Demystification Committee

Offshore Investigation Vehicle, Demystification Committee
Offshore Investigation Vehicle, Demystification Committee

Offshore Investigation Vehicle von Demystification Committee basiert auf laufender Forschung der Machtstrukturen, welche von Offshore Gesellschaften verkörpert werden.

Für das Vilém Flusser Residency Program for Artistic Research 2017 hat die Jury, welche sich aus Kristoffer Gansing, Susanne Kriemann und Maren Hartman zusammensetzt, das Demystification Committee, bestehend aus dem Künstlerduo Oliver Smith und Francesco Tacchini, und ihr Projekt Offshore Investigation Vehicle ausgewählt.

Das Demystification Committee, dem Smith und Tacchini vorsitzen, ist ein kollaborativer Zusammenschluss, der auf die Untersuchung von globalisierten, außerstaatlichen, verdeckter Systeme und groß angelegten Netzwerken, Prozessen und Technologien ausgelegt ist. Die Erforschung solcher fluktuierender Technologien umfassen die Untersuchung von Plattformen, Maschinen, physische Netzwerke, virtuelle und künstliche Kräfte, legale und juristische Rahmenbedingungen. Mit einem Fokus auf diese Prozesse zielt das Komitee darauf ab, kollidierende technologische und soziale Laufbahnen durch künstlerische Experimente zu verstehen. In dem es über die reine Verwendung von spezifischer Techniken, Werkzeugen und Technologien hinausgeht, experimentiert das Demystification Committee mit alternativen Narrativen zu den bestehenden dominanten Mythen, welche Technologie und Gesellschaft umgeben.

Der Projektantrag für die Residency, Offshore Investigation Vehicle, basiert auf der laufenden Erforschung von Strukturen, welche Offshore Praktiken verkörpern. Er versucht die Bedeutung der Verlagerung von Finanzsystemen zu identifizieren. Die Künstler haben einen interventionistischen Ansatz gewählt, durch welchen sie selbst „offshore“ werden. Aber wie ist das möglich, wenn solche Strukturen und deren Verursacher unklar und verborgen bleiben? Durch die Erstellung einer „Offshore A-Z“ Datenbank hat das Komitee eine erste, Pre-Panama-Papers, Datensammlung erstellt, in welcher Algorithmen sich wiederholende Muster taktischer Fehler im Namen und legalen Rahmen von Offshore Gesellschaften bearbeiten, abbilden und sich zu Nutze machen. Die nächste Phase des Projekts beinhaltet die Errichtung einer Offshore Gesellschaft um die Thematik tiefergehend von sich heraus zu untersuchen und das Erforschen möglicher Offshore Taktiken durch eine Serie von Workshops mit weiteren Kollaborateur_innen. Die Jury schätzte insbesondere die politische Natur des Projekts in Kombination mit einer Sensibilität für die Ästhetik des Offshorings sowie den proaktiven Charakter der experimentellen Methodologie, welche als „Bedrohung für die Forschung“ formuliert wurde. Die Künstler selbst schreiben, dass sie „die Werkzeuge der Finanziellen Verschwiegenheit nutzen nicht um ein Offshore Investement Vehicle, sondern ein Offshore Investigation Vehicle zu erschaffen“.

Das Residency Programm ist eine Kooperation zwischen dem Vilém Flusser Archiv an der Universität der Künste Berlin (UdK) und der transmediale, Festival für Kunst und digitale Kultur.

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