Textfiles of Desire

Date: 
01.02.2013 13:30
Format: 
Conference
Festival format
Location: 
HKW
K1

Indem dieses Panel die historischen Abenteuer von Cybercore-Mailbox, ASCII Porn und frühem Cybersex mit der zeitgenössischen Nutzung von Online-Sex-Chats zusammenführt, beleuchtet es die Erfahrung aktiver Nutzer und Entwickler.

Einlass nur ab 18 Jahren.

 

Indem dieses Panel die historischen Abenteuer von Cybercore-Mailbox, ASCII Porn und frühem Cybersex mit der zeitgenössischen Nutzung von Online-Sex-Chats zusammenführt, beleuchtet es die Erfahrung aktiver Nutzer und Entwickler. Thema ist darüber hinaus, wie Video-Chats den Blick auf heutige Online-Sexpraktiken verändern, von frühen ausschließlich auf Text basierenden Experimenten bis hin zu bedarfsorientierten Web-Plattformen wie Chatroulette und Manroulette. Bevor das Internet zu dem wurde, was wir heute kennen, überführte eine internationale Szene ihre eigenen politischen, gesellschaftlichen und künstlerischen Beziehungen direkt in die DIY-Nutzung von Medien. Sie vernetzte sich über Heimcomputer und Telefonleitungen und entwickelte offene Kommunikationsräume: Mailbox-Systeme. Zu ihren Hauptanliegen gehörten die bewusste Nutzung von Technologie und Computern sowie der Kampf für Cyber-Rechte und den offenen Zugang zu Information. Die kritische Auseinandersetzung mit technologiebezogener Sexualität erschloss ein Handlungsfeld fernab der politischen und kulturellen Erfahrungen einer Zeit, in der pornografische Praktiken und sexuelle Minderheiten meist ignoriert oder ausgeschlossen wurden. Heute experimentieren viele Menschen mit Sex-Chats und Porno-Webseiten. Auf Chatroulette oder Manroulette interagieren sie mit einer Kombination aus Text-Chats, Webcams und Mikrofonen, und folgen so einem anderen Ansatz als die frühen Cybersex-Plattformen, die oft sehr libertär und politisch orientiert waren. Was können wir von der Vergangenheit der Cyberkultur lernen, um unsere Sexualität im gegenwärtigen, durch und durch kommerzialisierten Online-Szenario zu behaupten? Sind autonome Zonen der Sexualität denkbar, oder ist unsere Vorstellung von Privatsphäre obsolet geworden, wie viele behaupten?
 

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