reSource 005: The Medium of Treason

Date: 
05.05.2013 17:00
Collateral Murder Video Still
Collateral Murder Video Still
The Bradley Manning Case: Agency or Misconduct in a Digital Society? Mit Birgitta Jónsdóttir, Andy Müller Maguhn, John Goetz, Diani Barreto, Tatiana Bazzichelli. |  So 5. Mai, 17:00, Urban Spree Gallery, Revaler Straße 99, 10245 Berlin, freier Eintritt.

reSource 005: The Medium of Treason

The Bradley Manning Case: Agency or Misconduct in a Digital Society?

 

Eine Intervention @ Urban Spree Gallery (S/U Warschauer Straße, Revaler Straße 99, 10245 Berlin), 5. Mai, Beginn 17:00, freier Eintritt.

Mit: Birgitta Jónsdóttir (is), Andy Müller Maguhn (de), John Goetz (us).

Moderiert von Diani Barreto (us), Einleitung von Tatiana Bazzichelli.

 

Am 5. April 2010 veröffentlichte die Enthüllungsplattform WikiLeaks ein Video mit dem Titel Collateral Murder, in dem in Bagdad 2007 aus einem US-amerikanischen Apache Helikopter auf Zivilisten geschossen wurde. Das Video zeigt das US-amerikanische Militär, das mit den Schüssen 11 Individuen tötet, deren Kameras angeblich irrtümlicherweise für Waffen gehalten wurden. Auch zwei Kinder wurden schwer verletzt. Zwei der Opfer waren Korrespondenten für Reuters: Der 22-jährige Fotojournalist Namir Noor-Eldeen und sein Fahrer, der 40-jährige Saeed Chmagh.

 

Nach Forderungen von Reuters wurde der Vorfall untersucht. Das US-amerikanische Militär kam zu dem Schluss, dass die Taten der Soldaten den Gesetzen des bewaffneten Konflikts und dessen eigenen Einsatzregeln entsprachen. Birgitta Jónsdóttir, isländisches Parlamentsmitglied, co-produzierte 2010 das Video mit den verschlüsselten Aufnahmen, das von einer anonymen Quelle an WikiLeaks gegeben wurde. Später wurde der Gefreite Bradley Manning als Informant entlarvt.

 

Im Mai 2010 wurde der 22-jährige Bradley Manning,Geheimdienstanalytiker der US-amerikanischen Army, verhaftet, nachdem er dem Hacker Adrian Lamo erzählte, dass er das Luftangriffvideo sowie ein weiteres und ca. 260.00 Diplomaten-Depeschen an WikiLeaks weitergeleitet hatte. Seitdem wird Manning vom US-Militär in Haft gehalten. Er hat sich bereits in 10 Vorwürfen als schuldig bekannt und würde dafür mit 20-jähriger Haft rechnen müssen, da er auf verschiedene Arten gegen das Spionagegesetz von 1917 verstoßen und „den Feind unterstützt“ habe.

 

In diesem hochgradig polarisierenden Fall beharren Anwälte, Menschenrechtsorganisatoren und Journalisten darauf, dass Bradley Manning die Informationen unter der Obhut der Redefreiheit preisgegeben habe. In Bezug auf seine Anklage könnte möglicherweise jede Weitergabe von Geheimsachen an Medienorganisationen als Verratsakt interpretiert werden.

 

Diese Veranstaltung gibt unseren herausragenden Gästen die Möglichkeit, auf das Collateral Murder-Video von vor drei Jahren zurückzublicken und die Gerichtsverhandlung “United States v. Bradley Manning zu diskutieren, bezeichnet als „the most important National Security trial in the history of the US” (NYT Pentagon Papers Anwalt James C. Goodale). Es wird außerdem betrachtet, wie Einschüchterungsmuster kreiert wurden, um Informanten, Cyberaktivisten, Journalisten und Nachrichtenorganisationen wie WikiLeaks zu bedrohen und zum Schweigen zu bringen. Welche Folgen hat dies für die Zukunft der politischen Aktivitäten, der Rede- und Informationsfreiheit und der Unantastbarkeit der Presse?

 

In diesem Zusammenhang werden die Sprecher auch über Vergeltungsmaßnahmen und politische Ethik im Falle von Informationsenthüllungen sowie die "gerichtliche Übererfüllung" reden, die Hackern wie Jeremy Hammond und Barrett Brown entgegen gebracht wurde und die Spekulationen um die tragischen Gründe des Selbstmords von Aaron Swartz.

 

Die Sprecher werden außerdem die Grundlagen für neue Plattformen der Zivilgesellschaften bewerten, die die Rechte zur Stärkung der Informationsfreiheit beobachten, beeinflussen und unterstützen sollen. Diese Plattformen sollen zudem die Möglichkeit haben, Quellen und Informanten in den schnellen Komplexitäten des Informationszeitalters zu schützen.

 

Diese Veranstaltung wurde organisiert von der reSource transmedial culture berlin des transmediale Festivals in Partnetschaft mit der re:publica. Sie wurde co-kuratiert von Diani Barreto.

 

Mit freundlicher Unterstützung der www.freebradleymanning.net Initiative Berlin.

 

Gäste:
Birgitta Jónsdóttir (is) Parlamentsmitglied
Andy Müller Maguhn (de) Vorstandsmitglied der Wau Holland Stiftung, Deutschland
John Goetz (us) investigativer Redakteur im ARD-Hauptstadtstudio und Mitglied des investigativen Teams der Süddeutschen Zeitung.
Moderiert von Diani Barreto (us), Medienaktivistin.
Einführung von Tatiana Bazzichelli (it/de), reSource transmedial culture berlin/transmediale.

 

reSource 005 geht einer Veranstaltung im Programm der re:publica voraus, die ebenfalls im Rahmen der Kooperation zwischen der re:publica und der reSource transmedial culture of transmediale entstand: Iceland could have been innovative - Participatory democracy mit Birgitta Jónsdóttir, 6. Mai, 13:30 - 14:00, in der Station (U Gleisdreieck, Luckenwalder Straße 4-6, 10963 Berlin).

 

reSource transmedial culture berlin:
http://www.transmediale.de/resource

 

transmediale festival:
http://www.transmediale.de

 

re:publica:
http://re-publica.de/

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