Carrying Pictures: A Case Study in Visual Politics

Production country: 
de
Year: 
2010
Duration: 
11 min.
Festival edition: 
2012
Format: 
film/video
Tom Holert. Carrying Pictures: A Case Study in Visual Politics
Tom Holert. Carrying Pictures: A Case Study in Visual Politics

Eine weit verbreitete, jedoch unterschätzte Form der Ausstellung von Bildern ist ihre Präsentation durch Menschenhand. Das buchstäbliche, körperliche Tragen von Bildern wird zumeist in Situationen vollführt, in denen zugleich Bilder genau davon produziert werden. Die mehrfache Rahmung zu komplexen Double Exposures ist seit langem eine populäre bildjournalistische Formel. Der Umgang mit Bildobjekten unterschiedlicher physischer Beschaffenheit in Akten der Inszenierung und Kundgebung von ideologischer Überzeugung oder individueller Trauer ist dabei eine körperliche ebenso wie eine identifizierende Praxis.  In ihr vollzieht sich ein bedeutungsproduktiver und oft geradezu animistischer Austausch zwischen der Autorität der gehaltenen Bilder und der Authentizität und der ‘Lebendigkeit’ ihrer Träger_innen. Carrying Pictures montiert Ausschnitte aus Pressefotografien, Fragmente eines bildtheoretischen Traktats sowie Szenen aus dem Spielfilm Under Fire (Roger Spottiswoode, USA 1983) zu einer paradidaktischen Demonstration der Praktiken und des Praxiswissens in den Bildräumen des Politischen. Der unausweichliche Inszenierungscharakter solcher Beobachtungen zweiter und dritter Ordnung wird durch den Originalsoundtrack von Robert und Roland Lippok (To Rococo Rot, Tarwater) hervorgehoben, der das Text-Bild-Geschehen dramatisiert, ohne es je zu illustrieren.

 

(Image: Tom Holert. Carrying Pictures: A Case Study in Visual Politics)

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